Peter Pan

Abenteuer/Family, USA 2003
Aufwändige Verfilmung eines Klassikers

Aufwändige Verfilmung eines Klassikers

Die aufwändige, aber glatte Realverfilmung des legendären "Peter Pan"-Stoffes von James Matthew Barrie beeindruckt mit teuren Effekten und Bildern auf Hochglanz. Doch den intimen Rahmen und die sich einprägenden Momente eines gelungenen Kinderfilms kann P. J. Hogans Regiearbeit nicht schaffen.

Opulent die Bilder aus dem viktorianischen England und dem Land hinter den Sternen, schmal die Schauspielerleistung. Der junge Jeremy Sumpter hat als Peter Pan zwar Trotz in den Augen und Kraft in den Armen, aber mehr als ein verkrampftes Berufs-Kind ist sein ewig jugendlicher Held nicht. Die gleichzeitig frühmütterliche und frühsinnliche Wendy (Rachel Hurd-Wood) scheint gerade das zu mögen, ist sie doch auch treulos bereit, sich mit dem üblen Pack um Captain Hook (Jason Isaacs, der in einem Freud'schen Vexierspiel auch den Familienvater Mr. Darling spielt) abzugeben, um Peter eins auszuwischen.

Eigentlich ist der Film die perfekte, rasante Verfilmung einer Peter Pan-Version für die Computerspiel-Generation: Poppig-Pink die Ankunft der fliegenden Neuankömmlinge in Nimmerland nach einem Space-Trip, die Fee Glöckchen (Ludivine Sagnier) ist beherrscht von einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, und Meeresnixen geifern plötzlich mit Vampirzähnen nach der jungfräulichen Wendy.

Doch Charme und Spielereien sucht man vergeblich. Besonders durch den Bierernst, der auch viele TV-Nachmittags-Zeichentrickserien so unerträglich macht, vergibt der Film die Chance darauf, von seinen Besuchern ins Herz geschlossen zu werden. Es fehlt die augenzwinkernde Ironie, um sich auch an erwachsenes Publikum zu richten, die Kinder ihrerseits werden beeindruckt, nicht verzückt. Ein bisschen mehr Feenstaub, und der Film hätte vielleicht Fliegen gelernt.

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