Persepolis

Drama/ , F/USA 2007
Berührendes Biopic einer Iranerin im Ausland

Berührendes Biopic einer Iranerin im Ausland

Zeichentrick-Verfilmung von "Persepolis", der zwischen 2000 und 2003 in vier Teilen erschienenen Comic-Autobiografie der 1969 im Iran geborenen Zeichnerin Marjane Satrapi. In Cannes mit dem Preis der Jury bedacht, zeigt der Film ihre Jugendzeit unter dem Mullah-Regime. Die Eltern schicken sie schließlich nach Wien, wo Satrapi aber nicht herzlich aufgenommen wird. Traurig und lustig zugleich.

In unmittelbaren und schmerzhaften Erlebnissen während und nach der islamischen Revolution im Iran wird einer der wesentlichen Konflikte der Gegenwart anhand einer persönlichen Geschichte thematisiert. Der radikale Islam verändert das Leben von Marjane bereits als Kind: Sie erlebt, dass die Hoffnungen ihrer politisch engagierten Familie, die sich vom Sturz des Schahs 1979 die Möglichkeit zur Etablierung einer sozialistischen und fortschrittlichen Republik erhofft hatte, rasch begraben werden.

Binnen kurzem ändert sich auch der Alltag radikal: Frauen werden gezwungen, Kopftücher zu tragen, Intellektualität und selbstständiges Denken werden zu Hochverrat. Marjane ist nicht bereit, sich widerspruchslos unterzuordnen - und wird von den besorgten Eltern als 14-Jährige nach Wien geschickt, um fern der ständigen Kontrolle der Revolutionswächter aufzuwachsen und am Lycee Francais westliche Erziehung zu erhalten.

Ihre Wiener Jahre sieht Satrapi, die sich auch selbst durchaus nicht nur als nette und zugängliche Person zeichnet und ihre inneren Widersprüche nicht ausblendet, ziemlich kritisch: Die Menschen unnahbar, die Stadt abweisend und kalt, ihre wechselnden Zimmerwirtinnen bigott und unsympathisch.Ihre Rückkehr in die Heimat ist unausweichlich, und einige Jahre versucht sie daraufhin, zwischen Studium, Familie und Ehe eine kleine, persönliche Widerstands-Insel im Mullah-Regime zu verteidigen. Das gelingt nicht, und schließlich geht sie ein zweites Mal ins Ausland, diesmal wohl für immer.

Mit einfachsten Mitteln werden in "Persepolis" Emotionen gesteuert, für Lachen und Herzlichkeit ist ebenso Platz wie für Trauer, Wut und Schmerz.

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