Pepperminta

Drama, A/CH 2009
Pepperminta will die Welt vor Verbitterung retten

Pepperminta will die Welt vor Verbitterung retten

"Es ist immer ein guter Moment, geboren zu werden", bekommt die kleine Pepperminta von ihrer Großmutter zugeflüstert. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, wäre diese nicht auf einen Augapfel in einer Dose reduziert. 41 Jahre nach Woodstock entsendet die Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist ihre Blumenkinder in dem Film "Pepperminta".

Mit der Mission beauftragt, mehr Farbe in die Welt zu bringen, eckt die bunte Rothaarige als Mädchen und später dann auch als Frau immer wieder an. In knalliger Uniform wirbelt sie durch die Stadt, immer auf der Suche nach farbenfrohen Mitstreitern. Ihre Augapfel-Oma gibt den Weg vor: "Es braucht nur einen kleinen Moment ohne Angst und Menschen, die mitmachen". Doch die sind schwerer zu finden, als man glaubt. In Werwen hat Pepperminta, die selbst auch als "Taugenichtsnutz" beschimpft wird, endlich einen solchen Menschen gefunden. Gemeinsam wirbeln sie durch die Welt, farbig und nackt. Später finden sie auch in Edna (Sabina Timoteo) noch eine Spaßkollegin.

"Rot ist gut", sagt Pepperminta im von der Wiener Produktionsfirma coop99 koproduzierten Film und scheint damit der 47-jährigen Regisseurin aus der Seele zu sprechen. Die verhaltensauffällige Protagonistin lässt ihr Menstruationsblut in einen Messbecher fließen und preist die Heilung durch Trinken desselbigen an. Die Augäpfel mancher Zuseher wurden durch den bunten, missionarischen Reigen eindeutig überstrapaziert. Und wer beim Betrachten des Films andere Kopfregionen aktiviert, mag sich auch an alten Stereotypen stören: Polizisten, Priester und Rektoren sind grundsätzlich so verbittert, dass sie keine menschliche Sprache mehr sprechen. Selbst die wunderbare Farbwaffe wirkt nur vorübergehend.

"Pepperminta" beginnt als schöner, bunter Bildreigen, der sich jedoch immer mehr in platten (oft recht esoterischen) Gemeinsätzen wie "Zweierbeziehungen sind nur für Langweiler" oder "Wir haben den Apfel gegessen und wurden nicht aus dem Paradies vertrieben" verliert. Dennoch ist die Absicht des Films durchaus positiv: Pepperminta alias Pipilotti will die Welt vor Verbitterung retten.

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