Paulette

Komödie/Krimi, F 2012
Paulette sucht finanzielle Unabhängigkeit

Paulette sucht finanzielle Unabhängigkeit

Mit 80 Jahren entdeckt eine Pensionistin ein lukratives Geschäft: das Dealen mit Haschisch. Mit "Paulette" brachte Regisseur Jérôme Enrico schon Hunderttausende Franzosen zum Lachen. Hauptdarstellerin Bernadette Lafont, die von Kritikern gepriesene Muse der Nouvelle Vague verstarb am 25. Juli im Alter von 74 Jahren in Nimes.

Paulette ist einsam, arm und frustriert seit dem Verlust ihres einstigen Restaurants und ihres Ehemanns Francis. Dass ihre Tochter mit dem charmanten schwarzen Polizisten Osman liiert ist, passt der Rassistin überhaupt nicht. Als ihr dann auch noch der Fernseher gepfändet wird, kommt es der Pensionistin gerade recht, dass in ihrer Nachbarschaft fleißig gedealt wird. Sie überredet den örtlichen Drogenboss Vito, ihr auf Kommission eine Platte Haschisch zu überlassen, die sie mühevoll mit dem Hackbeil in der heimischen Küche zerlegt.

Die rüstige Dame findet schnell ihren Kundenkreis, aber der Erfolg bringt Probleme mit sich. Paulette wird von rivalisierenden Dealern überfallen, muss ihre gute Ware mit selbstgeschmolzenen Autoreifen strecken. Die Lösung naht, als sie sich auf ihre alten Fähigkeit des Backens besinnt. Das Geschäft mit Space Cookies und Hasch-Madeleines in der kleinen Sozialbauwohnung boomt.

"Paulette" reiht sich mit der Geschichte um darbende Senioren, die mit neuer Energie durchstarten, in Kinoerfolge der vergangenen Jahre wie "Calendar Girls", "Bis zum Horizont, dann links!" oder "Die Herbstzeitlosen" ein. Dass der Film dabei nicht in platte Klischees abgleitet, sondern immer liebenswert nahe bei seinen Figuren bleibt, ist eine der Stärken des Werks, was nicht zuletzt dem grandiosen Spiel von Bernadette Lafont zu verdanken ist, die zuletzt in Julie Delpys Regiearbeit "Familientreffen mit Hindernissen" zu sehen war.

Bernadette Lafont spielte ihre erste Rolle in einem Kurzfilm von François Truffaut, bevor sie in "Le beau Serge" von Claude Chabrol ihren Durchbruch schaffte. Sie hat in mehr als 100 Filmen gespielt, darunter "Ein schönes Mädchen wie ich" von Truffaut oder "Das freche Mädchen" von Claude Miller. Der Film "Die Mama und die Hure" von Jean Eustache brachte sie 1973 nach Cannes. Der intime Film einer Dreierbeziehung erhielt den Großen Preis der Jury. 2003 erhielt Lafont für ihr Lebenswerk den Ehrencésar.

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