Paul - Ein Alien auf der Flucht

Science Fiction/Komödie, USA/GB 2011
Die Forschungsreise bringt Überraschungen

Die Forschungsreise bringt Überraschungen

Es sollte ein Ausflug werden, der zwei Science-Fiction- und Comic-Nerds zu Orten mit UFO-Bezügen quer durch die USA führt. Doch kaum geht für Graeme Willy (Simon Pegg) und Clive Gollings (Nick Frost) die Reise in ihrem fahrbaren Untersatz los, werden sie verfolgt. Der Grund dafür sitzt neben ihnen im Wohnwagen, ist ein kleiner Außerirdischer und hört auf den Namen Paul.

Die gleichnamige Komödie kommt am 15. April in die heimischen Kinos. Im Mittelpunkt von "Paul - Ein Alien auf der Flucht" steht die Freundschaft der beiden liebenswürdigen, aber leicht trotteligen Briten, die vor recht unmenschliche Aufgaben gestellt werden. Altbekannte Zutaten, mussten sich Pegg und Frost bereits in der Zombiefilmpersiflage "Shaun of the Dead" (2004) gegen eine Horde von Untoten zur Wehr setzen. In dem extraterrestrischen Road-Trip sind es vor allem Agenten einer geheimen Regierungsorganisation, die den beiden das (Urlaubs-)Leben schwer machen.

Ihr Aufeinandertreffen mit dem Alien wird von einem ziemlich übertriebenen Autounfall eingeleitet und wartet gleich mit dem ersten popkulturellen Zitat auf: Paul - dem Seth Rogan im Original seine Stimme leiht - steht im Dunkeln, nicht erkennbar, nur die Spitze einer Zigarette glimmt auf und erinnert an die Figur des ominösen Rauchers aus "Akte X". Das kleine, grünlich-graue Wesen bittet Graeme und Clive um ihre Hilfe, versucht Paul doch vor der US-Regierung zu fliehen, die nach jahrzehntelanger Inanspruchnahme seiner Hilfe nun sein Gehirn sezieren möchte. Und schon befinden sich drei äußerst unterschiedliche Protagonisten als Brüder im Geiste auf der Flucht.

Paul zeigt sich dabei als recht menschlicher Alien, auch wenn Clive anfänglich skeptisch angesichts seiner zu offensichtlichen Erscheinung ist. Er raucht, flucht und hat eine Vorliebe für Alkohol und Fast Food, kann sich dann aber doch ganz alientypisch unsichtbar machen oder einen toten Vogel wieder zum Leben erwecken - nur, um ihn im nächsten Augenblick zu verspeisen. Auf der spektakulären Reise entführen die drei Ruth (wunderbar schräg: Kristen Wiig), die mit ihrem Vater einen Trailerpark leitet. Die gottesfürchtige Frau wird angesichts des Aliens in ihrem Weltbild erschüttert und erfährt einen Sinneswandel, was eine Reihe von kindlich-naiven Flüchen und die Frage "Darf ich jetzt Unzucht treiben?" zur Folge hat.

Den Konterpart geben ein großartiger Jason Bateman als übertrieben seriöser Agent Lorenzo Zoil sowie die Komiker Bill Hader und Joe Lo Truglio, die als FBI-Beamte Sinn für Versteckspiele in den Weiten des Mittleren Westens und ein ausgeprägtes Verlangen nach Beförderung an den Tag legen. Gastauftritte gibt es auch von "Alien"-Darstellerin Sigourney Weaver sowie der Stimme von Steven Spielberg, dem Paul die Idee zu "E.T." am Telefon einredet. Im Zuge eines mehrteiligen Showdowns geht dann schon mal ein kleines Haus in einer überdimensionalen Explosion in die Luft, werden Menschen von landenden UFOs zerquetscht und zeigen sich Frauen grundsätzlich stärker als die männlichen Charaktere.

"Paul" präsentiert sich als liebevoll inszenierter und durch ein Gespür für Details überzeugender Film. Für die Regie zeichnet "Superbad"-Regisseur Greg Mottola verantwortlich, das Buch stammt von Pegg und Frost, die zwar genretypisch auch vor Fäkalhumor nicht zurückschrecken, aber letztlich eine ausgewogene Mischung finden und besonders mit pointiertem Sprachwitz sowie britischem Charme begeistern. Eine Hommage und Persiflage gleichermaßen, die nicht nur bei Science-Fiction-Fans für herzhafte Lacher sorgen dürfte.

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