Pas de repos pour les braves

Drama/ , F/A 2003

"Die Leinwand ist nur ein Fenster. Ein Film ist immer mehr, als man auf ihr sieht," erklärte der Franzose Alain Guiraudie bei der Österreich-Premiere von "Pas de repos pour les braves" ("Keine Rast für die Tapferen") im Rahmen der Viennale. Nun läuft sein Film regulär in den heimischen Kinos.

Traumwandlerisch bewegt sich Guiraudie zwischen hoch artifiziellem Genrefilm und einem Lokalbild der französischen Provinz. Im Zentrum ein junger Mann, der nicht mehr schlafen will. Schuld daran ist Faftao-Laupou, eine Legende, die keiner zu kennen scheint. Dem jungen Basile (Thomas Suire) ist sie im Traum erschienen, und seither weiß er, dass der nächste Schlaf sein ewiger sein wird. Er beschließt, nicht mehr zu schlafen und stellt fest, dass die Menschen einem Missverständnis aufsitzen: Nicht schlafen, sondern träumen ist lebensnotwendig.

Stoff zum Träumen bietet Guiraudie reichlich. Ästhetisch stilisiert zeigt er die Welt, durch die sich wie Leitfarben Türkis, Orange und Gelb ziehen. Seine Kraft erhält der Film durch den Kontrast der lokalen Fokussierung. Basile kann aus einem Bild gehen und im nächsten bereits ein Anderer sein - Hector - und doch derselbe. Mit einem knallroten Flugzeug düst er ohne abzuheben über eine schier endlose Startbahn, gefilmt in einem ebenso schier endlosen Travelling.

Alle Figuren können erschossen werden und in einem neuen Splitter der Geschichte wieder auftauchen. Krimi und Tragikomödie, Alltag und Abenteuer haben sich verbunden. Guiraudie erzählt von Zeit und Dauer, und das mit einer Stringenz, die alle Orts-, Genre- und Handlungswechsel übersteht. Schwerwiegende Dinge verhandelt er auf erfrischend leichte Art und schüttelt die unerhebliche Frage, was da Traum und was Realität sei, bald auf charmante Art ab.

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