Paris Paris! Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück

Drama, F/D/CZ 2008
Poetischer Revuefilm von Christophe Barratier

Poetischer Revuefilm von Christophe Barratier

Mit seinem Debütfilm "Die Kinder des Monsieur Mathieu" legte Christophe Barratier vor drei Jahren einen Überraschungserfolg hin. Jetzt begibt er sich mit Hauptdarsteller Gérard Jugnot in "Paris, Paris! Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück" auf eine Reise in die Welt der Pariser Varietés - Vorhang auf für einen poetischen Revuefilm, der trotz zuckersüßer Paris-Nostalgie immer Bodenhaftung bewahrt.

Am Silvesterabend 1935 gehen im Musiktheater "Chansonia" endgültig die Lichter aus. Der Immobilienspekulant Galapiat (Bernard-Pierre Donnadieu) hat das Gebäude gekauft, Theaterdirektor Pigoil (Jugnot) und das Ensemble stehen auf der Straße. Dabei hat Pigoil schon genug Probleme. Das Sorgerecht für seinen Sohn Jojo (Maxene Perrin, der kleine Pépinot aus "Monsieur Mathieu") hat er verloren, einsam sitzt er in seiner Dachkammer und trauert bei zuviel Rotwein besseren Zeiten nach.

Der Winter seines Missvergnügens endet erst, als der Beleuchter Milou (Clovis Cornillac) und der Pantomime Jacky (Kad Merad) die alte Mannschaft zusammentrommeln und das "Chansonia" wieder renovieren. Richtig Glanz in das als alte Haus kommt aber erst, als die Chanson-Sängerin Douce (Nora Arnezeder) engagiert wird. Mithilfe des ehemaligen Starkomponisten Monsieur Radio (Pierre Richard) wollen die Unterhaltungskünstler eine spektakuläre Show auf die Beine stellen.

Doch die Zeiten sind alles andere als harmonisch. Die linke Volksfront ist an der Macht, es gibt Streiks, die von rechten Schlägerbanden aufgelöst werden, und der Antisemitismus hält Einzug. Die politische Situation der dreißiger Jahre wird in Barratiers Film keineswegs ausgespart. Anders als etwa Baz Luhmanns harmlos-virtuoser Musicalfilm "Moulin Rouge" (2001) ist "Paris, Paris - Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück" kein eskapistisches Märchen, die historischen Bezüge bleiben hier immer erkennbar. Barratier hat sich ästhetisch am Stil des französischen poetischen Realismus der 1930er Jahre orientiert: "Ich will Geschichten erzählen, die schöner und aufregender sind als das wahre Leben, oder - als Kehrseite - auch härter und tragischer, auf jeden Fall extremer", so der Regisseur.

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