Paris kann warten

Komödie/Drama, USA/J 2016

Anne genießt das Savoir-vivre in Frankreich

81-jährig bringt Eleanor Coppola ihren ersten Spielfilm ins Kino. Ausgerechnet mit ihrer eigenen Geschichte.

Regielegende Francis Ford Coppola (Der Pate) ist Dauergast bei den Filmfestspielen in Cannes. Mit dabei: Ehefrau Eleanor. So auch 2009. Doch eine Entzündung des Gehirns hinderte sie daran, wie geplant mit ihrem Mann weiter nach Osteuropa zu reisen, sie fuhr stattdessen mit einem langjährigen französischen Geschäftspartner in einem klapprigen Cabrio nach Paris.

Statt sieben dauerte die Reise vierzig Stunden. Ihr Begleiter war ein ebenso leidenschaftlicher Gourmet wie Lebemann, der ihr auf der Tour von Cannes in die Seine-Metropole in vielerlei Hinsicht die Augen öffnete. - Ein Stoff, wie geschaffen für das Spielfilmdebüt von Eleanor Coppola, Mutter von Lost in Translation-Regisseurin Sofia Coppola. Mit 81 Jahren bringt sie, sonst im Dokumentarfilm und in der Kunst daheim, mit Paris kann warten ihre eigene Geschichte auf die Leinwand. Sechs Jahre lang arbeitete sie am Drehbuch und führte schließlich selbst Regie.

Coppola fand in Diane Lane, die sie aus Filmen ihres Mannes kennt (Die Outsider oder Rumble Fish), die ideale Besetzung für Anne, eine reife Amerikanerin, die das Gück für sich neu entdeckt. Annes Ehemann Michael, ein einflussreicher Filmproduzent, der seine Frau vernachlässigt, verkörpert Alec Baldwin. Den Bonvivant Jacques spielt der außerhalb Frankreichs wenig bekannte Arnaud Viard, der im Laufe des Filmes nicht nur an der Höflichkeit und Dankbarkeit Annes rüttelt, sondern auch an den Nerven des Zuschauers zerrt. Es ist kaum auszuhalten, wenn er nach dem x-ten Umweg erneut gegen Annes Willen einen Abstecher macht, völlig verschwenderisch Essen bestellt und sie mit Sätzen wie "Du bist Schokoladen-Crème-brûlée" angrinst. Zwischenzeitlich will man den Roadtrip gerne abkürzen und selbst aufs Gas des blauen 504er-Peugeots treten, damit die Story Fahrt aufnimmt. Dazwischen genießt man die Postkartenbilder im Stile eines Tourismus-Imagefilms und kämpft mit dem Gusto auf französischen Käse und Wein.

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