Paraiso

Dokumentation/ , D 2003
Mit spritziger Musik

Mit spritziger Musik

Kuba und die kubanische Musik erleben in diesem Jahr ein überraschendes Kino-Comeback. Den Anfang macht am 22. Juli der kleinere Rivale "Paraiso", ein Streifen, der auf dem Enthusiasmus von Regisseurin Alina Teodorescu gewachsen ist. Sie porträtiert eine von tausenden Musikgruppen im Kuba eines Fidel Castro.

Jetzt hat die kleine Musikgruppe mit "Paraiso" einen eigenen Film - und auch noch ihre allererste CD gibt es als Film-Soundtrack. Die Platte erschien natürlich nur in Europa und musste erst von mitreisenden Bekannten nach Kuba mitgenommen werden, damit die Musiker sie selbst in die Hand nehmen konnten. Weitab von der offiziellen staatstragenden Kunst singen sie über den Alltag auf Kuba: Liebe, Eifersucht, reiche Ausländer, die die schönsten Frauen wegschnappen, Langeweile, Armut, Hoffnung auf ein besseres Leben, aber auch ein unbändiger Spaß, einer von der Sorte, wie er oft als Trotzreaktion auf Ausweglosigkeit entsteht. Alles in einem rasanten spanischen Rap gemischt mit heißen Karibik-Rhythmen. Musik von der Straße für die Straße.

Vom Genre her ist "Paraiso" auf den ersten Blick mehr ein Dokumentarfilm - mit Bildern von zerfallenden Häusern, armseligen Wohnungen, schrottreifen Autos und kaum noch befahrbaren Straßen. Aber der Mittelpunkt des Films sind die Menschen: Junge, hoffnungsvolle, stolze, offene, auf eine besondere Weise naiv- unschuldige Männer und Frauen, die von ihrem Leben erzählen.

Da sind die Jungs, die über den harten Alltag sprechen und mit ihren vielen Frauen prahlen - "man ist eben Macho". Da sind ihre Freundinnen, die sich darüber beklagen, dass kein Mann treu sein kann und dass sich die Mädchen zu leicht von den Reichen kaufen ließen. Alles in allem fügt sich das zu einem authentischen und poetischen Bild von einem Land, das mit dem Bröckeln des kommunistischen Regimes vor einem gewaltigen Umbruch steht. Und mit der spritzigen Musik vergisst man dann auch, dass es sich nur um einen Dokumentarfilm handeln soll.

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