Pan's Labyrinth

Drama/Fantasy, MEX/E/USA 2006
Blutige Parabel als Überraschungsfilm des Jahres

Blutige Parabel als Überraschungsfilm des Jahres

Der Überraschungsfilm des vergangenen Jahres. Bereits in Cannes gefeiert, wurde das bildgewaltige Horrormärchen "Pan's Labyrinth" des Mexikaners Guillermo del Toro sechs Mal für den Oscar nominiert. Die Geschichte rund um ein Mädchen, das sich mitten in den Gräueln des Spanischen Bürgerkriegs in eine Fantasiewelt flüchtet, ist unter anderem im Rennen um den Besten fremdsprachigen Film.

Hauptmann Vidal, ideologisch ein Gefolgsmann von General Franco, aber viel mehr noch seiner selbst, schart Ende der 30er Jahre seine Männer um sich. Das gut bewachte Lager in einem Wald am Rande von Madrid dient als Ausgangspunkt für die Jagd nach republikanischen Partisanen, die sich in dieser Gegend verstecken und den Putsch der Franquisten verhindern wollen, sowie all jenen, die sich nicht mit den faschistischen Ideen des ultrabrutalen Führers anfreunden können.

Vidal lässt auch seine neue Frau und deren Tochter Ofelia aus der Stadt in die vermeintliche Obhut bringen - schließlich will ein guter Vater ja bei der Geburt seines Sohnes dabei sein. Von seinem eigenen Vater ist außer einer Legende nicht viel übrig: Er soll in der Schlacht im Moment des Todes seine Uhr auf den Boden geschmettert haben, um den genauen Zeitpunkt seines Ablebens festzuhalten. Die Uhr ist mittlerweile repariert und im Besitz Vidals - und dessen Tod wird nicht nur vom republikanischen Kindermädchen Ofelias und dem Arzt des Lagers herbeigesehnt.

Auch Ofelia flüchtet zusehends vor den Schrecken des grausigen Alltags in die märchenhafte Welt der griechischen Mythologie. Im Zentrum eines Labyrinths im Wald trifft sie auf den zwielichtigen und ziegenfüßigen Gott Pan, der ihr Prüfungen auferlegt, damit sie ihrem Leben entfliehen und zur Prinzessin werden kann. Während anfangs alles gut klappt, laufen die Ereignisse in der Welt des kleinen Mädchens bald zusehends aus dem Ruder - und nicht nur dort.

Guillermo del Toro ("Cronos", "The Devil's Backbone", "Hellboy") hat eine bildgewaltige Parabel geschaffen, die durch Ideen- und Detailreichtum besticht. Die Verknüpfung von realistischer und fantastischer Erzählung lassen del Toro auf den Spuren des magischen Realismus wandeln, die Bilder seines Stamm-Kameramanns Guillermo Navarro sind dabei zum Teil so heftig, dass sie durchaus den Magen belasten können.

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