Operation Walküre

Drama/Thriller, USA/D 2008

In TV und Kino finden: Tom Cruise, Kenneth Branagh, Bill Nighy, Bryan Singer

Operation Walküre wird mit Spannung erwartet

Operation Walküre wird mit Spannung erwartet

Tom Cruise bekam eine Gänsehaut, als er - in der Rolle des erst 36-jährigen Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg - im Berliner Bendlerblock "erschossen" wurde. "Es war eine atemberaubende Erfahrung, genau an der Stelle zu stehen, wo diese Menschen ihr Leben riskiert haben." In "Operation Walküre" mimt der Actionstar den für die Amerikaner "unbekannten Helden" im Nazideutschland.

Der Film von Regisseur Bryan Singer ("X-Men", "Superman Returns") beginnt mit einem Fliegerangriff auf die deutschen Truppen in Nordafrika, bei dem Stauffenberg seine schweren Arm- und Augenverletzungen erlitt (das Tragen der Augenklappe bereitete Cruise zunächst Gleichgewichtsprobleme). Damit soll symbolisch auch die andere schwere, seelische Verletzung Stauffenbergs offenbart werden - das Leiden an den Verbrechen Hitlers, dem er mit seinen Offizierskameraden anfangs enthusiastisch gefolgt ist, jetzt verbunden mit dem Entschluss, "das Böse" zu beseitigen. Zeitweise flackert bei Cruise etwas von der späten Zerrissenheit und Verzweiflung Stauffenbergs auf, ein Patriot, der seinem Land als vermeintlicher Verräter einen letzten Dienst erweisen muss - "Entweder Deutschland oder Hitler".

Cruise, dem manche eine gewisse äußerliche Ähnlichkeit mit Stauffenberg bescheinigen, fand das Drehbuch "unglaublich fesselnd, sowohl aus historischer Sicht, als auch als großartiger Thriller". Der deutsche Widerstand also aus amerikanischer Sicht, mit Spannung, Action und Emotion und der für die meisten Amerikaner bisher weitgehend unbekannten Tatsache, dass nicht alle Deutschen Nazis waren und einige sogar aktiven Widerstand geleistet haben - "unbekannte Helden", "unknown heroes" für die Amerikaner. Und ein Zweiter-Weltkriegs-Film ohne US-Soldaten ist zudem für US-Zuschauer gewöhnungsbedürftig.

Natürlich fehlt auch nicht das tragische Ende in Hollywood-Manier, die standrechtliche Erschießung der Hauptverschwörer noch in der Nacht des Attentats im Hof des Berliner Bendlerblocks, der heutigen Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Die Szenen wurden, nach anfänglichem Hick-Hack, am Originalschauplatz gedreht - sogar zweimal, weil das erste Drehmaterial technisch nicht brauchbar war.

Der, laut deutscher Filmbewertungsstelle Wiesbaden, überraschend unpathetische Film mit Darstellern wie Kenneth Branagh, Tom Wilkinson, Thomas Kretschmann und Christian Berkel sowie - in einer Nebenrolle - Matthias Schweighöfer, startet bei uns am 22. Jänner.

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