One Chance - Einmal im Leben

Komödie/Drama, GB/USA 2013
Paul Potts' große Chance

Paul Potts' große Chance

Es begab sich zu einer Zeit, als man Castingshow-Juroren ihre gespielte Erregung noch abkaufte: 2007 trat ein dicklicher Waliser auf die Bühne von "Britain's Got Talent". Oper wolle er bei dem Popevent singen, sagte er verlegen. Das Publikum lachte, Chef-Juror Simon Cowell frotzelte - und Paul Potts sang, was das Zeug hielt. Nun wurde seine Geschichte mit "One Chance - Einmal im Leben" verfilmt.

Sekunden, nachdem Potts losgelegt hatte, tobten die Zuschauer vor Begeisterung, Cowell ließ den Mund offen stehen und seiner Jurykollegin Amanda Holden gelang es sogar, ein Tränchen herauszudrücken. Die Szene mit Potts' Interpretation von Puccinis Turandot-Arie Nessun Dorma schrieb Fernsehgeschichte - und machte den Sänger im Alter von 36 Jahren zum Mythos.

Der Streifen erzählt, angelegt als typisch britische Feel-Good-Komödie, auf angenehm unaufgeregte Weise das Leben von Potts bis zu seinem großen Erfolg. Die tränenreiche Castingszene, Mutter aller Aschenputtel-Stories und bei Youtube inzwischen 123 Millionen Mal geklickt, kommt nur ganz am Schluss kurz vor. Und das obwohl Simon Cowell, der britische Dieter Bohlen, als Co-Produzent am Film beteiligt war.

Regisseur David Frankel räumt mit seiner Regiearbeit ganz nebenbei auch mit der Mär auf, Potts sei wie Phönix aus der Asche quasi aus dem eigenen Wohnzimmer auf die große Bühne hochgeschossen. Der Tenor hatte schon als Kind in guten Chören gesungen, wie nicht nur der Film sehr anschaulich zeigt. Sein Musikgeschmack quer zum Mainstream brachte dem kleinen Paul Prügel und Pöbeleien seiner Mitschüler ein.

Bereits 1999 hatte Potts bei einer Talentshow 8.000 Pfund gewonnen und war danach an verschiedenen kleinformatigen Opernproduktionen beteiligt. Mit dem verdienten Geld ging er nach Italien, um seine Stimme dort weiterzubilden. Dass Cowell und die Leute von "Britain's Got Talent" von der musikalischen Vorgeschichte des Kandidaten nichts gewusst haben sollen, ist wohl eher eine schöne Lüge als Wahrheit.

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