Omamamia

Komödie, D 2012
Eine Bayerin in Rom

Eine Bayerin in Rom

Marianne Sägebrecht spielt eine Bayerin, die sich im fremdsprachigen Ausland mit resolutem Charme durchschlägt: Ein Filmplot, den schon Regisseur Percy Adlon mit "Out of Rosenheim" erfolgreich umsetzte. Nun, gut 20 Jahre später, ist es an Tomy Wigand, der Sägebrecht in "Omamamia" zunächst nach Kanada, dann aber ins turbulente Rom entsendet, wo sie Konflikte mit Tochter und Enkelin austrägt.

Als Opa stirbt, will Tochter Marie (Annette Frier) Oma Marguerita (Sägebrecht) am liebsten in ein Altersheim verfrachten und verkauft deren Haus in den kanadischen Bergen. Auch der von Marguerita ersehnte Ausflug zum Papst nach Rom wird kurzerhand abgeblasen. Das lässt sich die resolute Exilbayerin jedoch nicht gefallen und reist kurzerhand auf eigene Faust in die Ewige Stadt und quartiert sich dort bei Enkelin Martina (Miriam Stein) ein. Diese arbeitet nicht - wie Mutter Marie annimmt - als Au-pair-Mädchen bei einer katholischen Familie, sondern lebt mit dem Rocker Silvio (Raz Degan) zusammen.

In Folge blüht Marguerita mit Dirndl und Joint in der mediterranen Atmosphäre auf, bringt bald die Küche eines deutschen Restaurants auf Vordermann, jagt der von ihr erhofften Papstaudienz hinterher, um ein dunkles Geheimnis aus ihrer Vergangenheit zu beichten und lernt Lebemann Lorenzo (Giancarlo Giannini) kennen. Als dann auch noch die besorgte Marie nach Rom kommt, kulminieren die Konflikte zwischen den Frauen aus drei Generationen - lösen sich aber selbstredend in allgemeines Wohlgefallen auf.

Die Grundidee, Sägebrecht ins kalte Wasser einer fremden Kultur zu werfen, hat durchaus Charme. Auch stellt "Omamamia", das auf der Lebensgeschichte der Autorin Claudia Casagrande beruht, eines der nach wie vor raren Beispiele dafür dar, dass sämtliche Hauptfiguren eines Filmes Frauen sind. Leider stört Wigand diesen spritzigen Ansatz mit allzu bemühtem Slapstick, der deplatziert wirkt.

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