Nur wir drei gemeinsam

Komödie/Drama, F 2015

Hibat will raus aus dem Iran - aber nur mit Familie

Teheran in den 70er-Jahren: Menschen kämpfen gegen die Diktatur - zunächst gegen das brutale Schah-Regime, dann gegen die Herrschaft des spirituellen Führers Ajatollah Chomeini. "Nur wir drei gemeinsam" ist das unerwartet leichtfüßige Regiedebüt des französischen Schauspielers Kheiron ("Große Jungs - Forever Young"), der damit die Geschichte seiner Eltern erzählt und auch die Hauptrolle spielt.

Im Teheran der 70er-Jahre träumt Hibat von einer Demokratie im Iran. Er schließt sich den Protesten an, die zur Absetzung von Schah Mohammed Reza Pahlavi und dem Ende der Monarchie führen. Doch was danach kommt, ist nicht viel besser. Mit Mut und Entschlossenheit setzt Hibat seinen Kampf gegen die Herrschaft des spirituellen Führers Ajatollah Chomeini fort. Als die Situation jedoch für den jungen Vater und seine Frau zu gefährlich wird, beschließen beide, mit ihrem Baby nach Frankreich zu fliehen.

Zu Beginn des Films glaubt man eher an ein Märchen als an eine wahre Lebensgeschichte, wenn Kheiron mit einer Rückblende einsetzt, um die iranische Kindheit seines Vaters zu erzählen, oder den Schah als einen vertrottelten Monarchen darstellt. Mit viel schwarzem Humor und Witz schildert der 33-Jährige den politischen Widerstand von Hibat, die Zeit im Gefängnis und die Flucht mit seiner jungen Frau Fereshteh und dem Kind.

Im Auto und auf Pferden führt die Reise durch die Türkei bis nach Paris. In einem Vorort der französischen Hauptstadt wagen die Drei einen Neustart. Als Krankenschwester erteilt Fereshteh muslimischen Frauen Aufklärungsunterricht, und Hibat findet als Sozialarbeiter in einem Jugendzentrum Arbeit. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingt es ihm, die teilweise arbeitslosen und kriminellen Jugendlichen zu motivieren und zu vereinen.

Fluchtgeschichten sind dramatisch und gehören heute mehr denn je zum Alltag des 21. Jahrhunderts. Selten hat es ein Filmemacher jedoch gewagt, ein solches Drama mit so viel Witz zu erzählen. Der Tiefgründigkeit des Films schadet der Gute-Laune-Ton dabei nicht.

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