Nichts zu verschenken

Komödie, F 2016

Francois spart für sein Leben gerne

Zwei Frauen bescheren Frankreichs Topstar Dany Boon (‚Willkommen bei den Sch'tis‘) als krankhaft geizigem Geiger schlaflose Nächte.

Mit Dany Boon ist in den vergangenen Jahren international ein ehemaliger Stand-up-Komiker zum wichtigsten Aushängeschild des französi schen Kinos geworden. Seit jeher wollte er nur eines: Leute zum Lachen bringen. Als Straßenkomiker, Alleinunterhalter auf der Bühne, später als Schauspieler - und schließlich auch als Regisseur. Seinen ersten Streifen sahen immerhin mehr als eine Million Franzosen. Seinen zweiten, Willkommen bei den Sch'tis, dann mehr als 20 Millionen. Seither ist er in Frankreich einer der Superstars. Mit ‚Nichts zu verschenken‘ startet nun eine neue Dany-Boon-Komödie in unseren Kinos.

Darum geht's in ‚Nichts zu verschenken‘:

Wer liebt, rechnet nicht - es sei denn, er ist ein notorischer Geizhals wie François Gautier (Dany Boon). Er sitzt gerade bei seinem Bankberater und klagt über Bauchschmerzen. Vielleicht sollte er tatsächlich aufhören, längst abgelaufene Lebensmittel zu verzehren. „Wie viel habe ich gleich auf meinem Konto?“, will François vom Bankangestellten wissen. Der erwidert: „Ich hab's Ihnen doch gerade gesagt.“ Darauf François: „Ich hör die Summe so gern.“ Der Banker lächelt und sagt: „248.596 Euro.“ Doch François' Miene verdunkelt sich: „Reicht mir nicht!“

Auf den ersten Blick wirkt François Gautier durchaus sympathisch. Der begnadete Violinist arbeitet am Konservatorium, verdient sein Geld mit Geigenunterricht für nicht sonderlich begabte Kinder und spielt im Orchester. Man bekommt aber sehr schnell mit, dass der in den immer gleichen Tweed-Anzug samt Rolli gekleidete, etwas altmodisch auftretende Mann mittleren Alters einen Tick hat. Und zwar einen gewaltigen:

Seit frühester Kindheit ist er ein Geizhals, wie er im Buche steht! Geld ausgeben ist ihm ein Gräuel, es verursacht bei ihm Schweißausbrüche und veritable Angstzustände. Er lebt immer noch im Haus seiner verstorbenen Eltern in einer kleinen Siedlung, ist bei den Nachbarn aber unbeliebt, da er sich weigert, sein Hausgeld zu bezahlen - und auch die Kollegen können ihn nicht leiden, weil er sich immer drückt, wenn für Geschenke gesammelt wird. Kurz: Wenn es nichts kostet, ist François sofort dabei -aber wehe, er muss selbst einen Cent ausgeben! Dafür steckt er viel Energie in Sparpläne. Warm duschen? Nur etwas für Warmduscher. Licht einschalten? Muss nicht sein, die Straßenlaternen, die ins Haus leuchten, tun es auch.

Zwei unvorhergesehene Ereignisse stellen sein bis ins Detail durchgeplantes Leben eines Tages allerdings gehörig auf den Kopf. Zum einen tritt eine neue Kollegin, die Cellistin Valérie (Laurence Arné), in sein Leben, in die er sich sofort verliebt. Aber wie eine Romanze anfangen, ganz ohne Geld auszugeben? Schließlich lädt er sie doch zum Abendessen ein. Ein Glück, dass ihm die Eltern eines Geigenschülers, die eine Crêperie betreiben, noch Geld schulden. Doch der Plan vom günstigen Menü geht schief: Valérie ist nämlich allergisch auf Crêpes, steht dafür aber auf teure Meeresfrüchte. Das Rendezvous wird zum Desaster! Als wäre das nicht schon schlimm genug, steht plötzlich auch noch Laura (Noémie Schmidt), 16, vor seiner Tür und behauptet, seine Tochter zu sein. Für den Knauser ein absoluter Albtraum, sieht er doch durch die Frucht seiner Lenden, von der er bisher nichts wusste, massig Kosten auf sich zukommen

Unsere Meinung zu ‚Nichts zu verschenken‘:

Dass die Hauptfigur in Nichts zu verschenken entfernt an jene von Louis de Funès in Louis, der Geizkragen erinnert, ist sicher kein Zufall. Tatsache ist aber: Sympathisch ist Da ny Boons François Gautier nicht. Zudem wirkt das Geiz-ist-geil-Konzept nicht gerade originell, die obligate Läuterung überstürzt; die Gags sind recht altbacken. Der erhoffte Lachschlager gelang Thrillerspezialist Fred Cavayé (‚Ohne Schuld‘, ‚Point Blank‘) leider nicht, für ein paar Schmunzler reicht's aber allemal!

Kinotipps
Gruß vom Krampus

Gruß vom Krampus

Kinotipps
Gruß vom Krampus

Gruß vom Krampus

Regisseurin Gabriele Neudecker wirft in ihrer Dokumentation einen Blick hinter die dämonischen Masken der Krampus- und ...

Kinotipps
Spider-Man: A new Universe

Spider-Man: A new Universe

Mit Miles Morales betritt einer der beliebtesten Spider-Man-Köpfe der letzten Jahre die große Leinwand – und wird dabei von ...

Kinotipps
Mortal Engines: Krieg der Städte

Mortal Engines: Krieg der Städte

Regisseur Peter Jackson (Der Herr der Ringe, Der Hobbit) wagt sich an ein weiteres als „unverfilmbar“ gehandeltes Werk: In der ...

Kinotipps
In my Room

In my Room

Regisseur Ulrich Köhler (Schlafkrankheit) lässt Hans Löw durch eine Welt wandern, die plötzlich menschenleer erscheint.

Kinotipps
Climax

Climax

Gaspar Noé (Enter The Void) öffnet wieder einmal das Tor zur Hölle, diesmal in Form eines Hardcore-Drogentrips, der über eine ...