Next Exit Nirvana

Dokumentation, A 2010
Offenbar keine Schmerzen auf dem Nagelbett

Offenbar keine Schmerzen auf dem Nagelbett

Kumbh Mela, das größte Pilgerfest der Welt, findet alle zwölf Jahre in einer der vier Städte am "heiligen Fluss" Ganges statt. So geschehen im März dieses Jahres, im indischen Haridwar - und der österreichische Regisseur Walter Größbauer ("Kairo All Inclusive") war mittendrin. Seine Eindrücke hat er in "Next Exit Nirvana", einem knapp 90-minütigen Dokumentarfilm, festgehalten.

Eine Nahaufnahme eines sich bewegenden Männerhinterns, ein kurzes Wegzoomen, dann offenbaren sich auch die Hoden des Mannes. Es sind die ersten Bilder in "Next Exit Nirvana": Ein nackter Inder beim Holzhacken. Er ist nicht der einzige, der seine Freizügigkeit im Rahmen des Pilgerfests in Haridwar auslebt - wir sehen einen Mann, der mit seinem Penis mit Hilfe eines Rings an der Eichel schwere Steine hebt - "aber nur, wenn Leute etwas spenden", sagt er in die Kamera. Andere liegen auf einem Nagelbrett, schaukeln auf einem Feuerstuhl oder singen und tanzen. Touristen gefällt das, viele richten ihre Kameras auf die "Showmaster".

Für die indische Bevölkerung selbst, sagt ein schimpfender Passant, seien "diese Betrüger" jedoch "eine Schande". Genau wie die angeblichen Gurus, die religiöses Wissen weitergeben und Spiritualität schenken wollen. Echte Gurus von reinen Geschäftsmachern zu unterscheiden, ist schwierig. Größbauer spricht mit mehreren dieser Gurus - ob man ihnen Glauben schenkt, ist dem Zuschauer überlassen. Zwischen Interviews und seltenen Einblicken, die ein junger Dolmetscher dem Regisseur gibt ("Ich sehe den Fluss Ganges als meine Mutter an"), ist das Publikum mit minutenlangen Eindrücken konfrontiert. Man sieht Frauen, die Tücher in den Wind halten, mit weißer Asche eingeriebene Männer, und überall Opfergaben, verschiedenste Rituale und Lieder. "Ich wollte den Film nicht auf die typisch westliche Art machen und alles im Off-Kommentar erklären", so Größbauer. "Die Zuschauer sollen sich ein eigenes Bild machen."

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