Nachtschichten

Dokumentation, A 2010
Durch die Nacht in Berlin

Durch die Nacht in Berlin

Der Dokufilm "Nachtschichten" von Ivette Löcker ist seinen Protagonisten stets auf den Fersen, wenn sich die Regisseurin mit Graffitisprayern für ihre verbotenen Tätigkeiten an Eisenbahnwaggons heranpirscht. Löcker zeigt die Ängste ihrer "Nachteulen" ebenso wie deren Sehnsüchte und deren Zufriedenheit mit dem schützenden Mantel der Dunkelheit.

Eine Wachschutzfrau füttert während ihrer nächtlichen Kontrollrunde in der eisigen Winterkälte eine Ente, die sich auf das Industriegelände verirrt hat. Ein Obdachloser sucht im Schneetreiben nach einem trockenen Schlafplatz, der ihm Schutz gewährt. Ein Nachtwanderer flieht vor seiner Ruhelosigkeit hinaus in die mondhelle Nacht und findet Trost in der Schönheit der nächtlichen Stadt.

Der Film zeigt Menschen in Berlin, die tagsüber unsichtbar bleiben und die Nacht für ihre Existenz gewählt haben. Die Idee war, sie auf ihren Wegen durch die Nacht zu begleiten, um die Motive für ihren versetzten Lebensrhythmus zu ergründen und die Gestalt und Ordnung der heutigen Großstadtnacht erfahrbar zu machen. Manche arbeiten und leben freiwillig in der Nacht, andere hat das Schicksal dazu gezwungen; wieder andere nutzen die Dunkelheit, um im Geheimen zu operieren, manche finden in ihr ein neues Zuhause.

Bei der Diagonale 2011 wurde "Nachtschichten" zum "besten Dokumentarfilm" gekürt.

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