Mr. Morgan's Last Love

Komödie/Drama, D/B/USA/F 2013
Da bahnt sich was an

Da bahnt sich was an

In ihrem vierten Spielfilm erzählt "Bella Martha"-Regisseurin Sandra Nettelbeck einfühlsam von einem hoch betagten Witwer, der durch eine junge Frau noch einmal eine ungeahnte Lebenslust entwickelt. In der Hauptrolle von "Mr. Morgan's Last Love" brilliert Michael Caine.

Der inzwischen 80-jährige Michael Caine übernimmt nach eigener Aussage nur noch dann eine Filmrolle, wenn er beim ersten Lesen des Drehbuchs vollends gepackt wird. Beim Studieren des Scripts von "Mr. Morgan's Last Love" habe er gedacht, dass dies eine der schönsten Rollen sei, die ihm je angeboten wurden. "Ich musste das spielen", sagte er dazu.

Michael Caine verkörpert den hoch betagten Witwer Matthew Morgan. Der alte Professor aus den USA lebt allein in Paris. Die für ihn schönsten Momente sind eingebildete Gespräche mit seiner verstorbenen Frau Joan (Jane Alexander). Der Kontakt zu seinen in den USA lebenden Kindern (Gillian Anderson und Justin Kirk) ist minimal. Matt erwartet nichts mehr, nur den Tod. Da lernt er die Jahrzehnte jüngere Französin Pauline (Clémence Poésy) kennen. Die Freundschaft mit ihr schenkt ihm neue Lebenslust. Trotzdem kommt es zu einer Katastrophe.

Die in Pastellbildnern von bezaubernder Schönheit erzählte Geschichte lebt vor allem von der Präsenz des zweifachen "Oscar"-Preisträgers Michael Caine. Man hat das Gefühl, er spielt nicht, sondern er ist Matt Morgan. Caine braucht keine großen Gesten und keine kräftige Mimik, um dessen Innerstes zu beleuchten. Mit kleinsten Mitteln, ganz sanft, offenbart er den Charakter des pensionierten Professors. Die Wahrhaftigkeit seiner Interpretation umschifft auch jede noch so kräftig drohende Klippe von Kitsch.

Die seit ihrer Komödie "Bella Martha" auch international gefragte Regisseurin Sandra Nettelbeck hat für ihren Film den französischen Bestseller "Die letzte Liebe des Monsieur Armand" von Françoise Dorner als Vorlage gewählt. Sie hat Handlung und Charaktere zum Teil stark verändert. Beispielsweise wurde aus dem französischen Pensionär im Buch für den Film ein US-Amerikaner. Die Veränderungen erweisen sich jedoch als sehr kinowirksam.

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