Mr. Holmes

Drama, GB/USA 2015

In TV und Kino finden: Ian McKellen, Laura Linney, Milo Parker, Hiroyuki Sanada, Bill Condon

Ian McKellen verkörpert den gealterten Sherlock Holmes

Ian McKellen (‚Herr der Ringe‘) spielt in Bill Condons Film die Hauptrolle: Sherlock Holmes ist 93 Jahre alt und lebt in Sussex.

Der 76-Jährige, der Kinofans vor allem als weiser Zauberer in der "Herr der Ringe"-Trilogie bekannt wurde, verkörpert in "Mr. Holmes" eine ziemlich alt gewordene Version von Sherlock Holmes. Der Film spielt im Jahr 1947, Holmes ist 93 Jahre alt und lebt mit seiner Haushälterin Mrs. Munro (Laura Linney) und deren Sohn Roger (Milo Parker) zurückgezogen auf seinem Landsitz in der englischen Grafschaft Sussex und züchtet Bienen. Sorge macht ihm nur, dass sein einst so messerscharfer Verstand ihn zunehmend im Stich lässt. Er reist sogar bis nach Japan auf der Suche nach Mittelchen, die seinem Geist wieder auf die Sprünge helfen.

Denn auf seine alten Tage will er sich unbedingt an einen Fall erinnern, der ihm keine Ruhe lässt. Es war der Fall, der ihn einst dazu brachte, sich aus dem Detektivgeschäft zurück zu ziehen. Doch mehr als die Tatsache, dass es um eine schöne, blonde Frau mit traurigen Augen ging, fällt ihm einfach nicht ein.

Das ändert sich, als er beginnt, mehr Zeit mit dem aufgeweckten Sohn seiner Haushälterin zu verbringen. Die beiden kümmern sich gemeinsam um die Bienen, und der wissbegierige Bub saugt wie ein Schwamm alles auf, was der Alte ihm erzählt. Seiner Mutter gefällt das nicht. Sie hat nicht das beste Verhältnis zu ihrem Arbeitgeber, sucht einen neuen Job und fürchtet, ihr intelligenter Sohn, der ihr mit seinen jungen Jahren geistig schon deutlich überlegen ist, könnte sich durch die Freundschaft mit dem cleveren Alten von ihr entfernen.

Der Bub wird eine Art Muse für Holmes, und nach und nach öffnen sich immer mehr Türen zur verloren geglaubten Vergangenheit. Holmes löst seinen letzten Fall - aber anders als erwartet. In "Mr. Holmes" geht es nicht um kriminalistische Meisterleistungen. Es geht nicht darum, was der Verstand zu leisten in der Lage ist, sondern um das Herz - eine Erkenntnis, zu der Holmes zwar spät, aber nicht zu spät gelangt.

"Mr. Holmes" ist also alles andere als ein klassischer Detektivfilm. Es ist ein Film über die Suche eines alten Mannes nach einem Selbst, das er bisher nicht kannte. Ein Film über Fehler, Schuld und die Chance auf Wiedergutmachung. Das ist streckenweise sehr poetisch, streckenweise aber - trotz hervorragender Darsteller - auch etwas langatmig.

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