Morning Glory

Komödie/Drama, USA
Keaton und Ford als zankendes Moderatorenduo

Keaton und Ford als zankendes Moderatorenduo

"What's the story, morning glory?" fragten schon die Britpopper Oasis. Damit könnten sie die morgendliche Peniserektion des Mannes oder spezielle Blütensamen mit halluzinogener Wirkung gemeint haben. In die Kinos zieht die "Morning Glory" in Form eines Hollywoodstreifens ein. Darin hat Rachel McAdams als junge Produzentin einer Fernsehshow ihr liebes Leid mit einem zankenden Moderatorenduo.

Becky Fuller (McAdams) hat sich voll und ganz ihrer Karriere verschrieben. An Selbstausbeutung statt Privatleben hat sie sich gewöhnt, will sie doch eines Tages ihr Ziel erreichen, bei der Mutter aller US-Frühstücks-TV-Shows, der "Today Show", zu arbeiten. Der Weg bis dahin ist steinig - und führt über die vor sich hin dümpelnde Morgensendung "Daybreak". Dort findet sie einen Job als TV-Produzentin und erhält gleich mal die schier unmögliche Aufgabe von Boss Jerry Barnes (Jeff Goldblum), die Quoten in die Höhe zu treiben. Schafft sie das nicht, verliert sie nicht nur ihren Job, sondern "Daybreak" auch seinen Sendeplatz.

Rettung verspricht sich Becky vom Nachrichten-Veteranen Mike Pomeroy (Harrison Ford), den sie Colleen Peck (Diane Keaton), Frühstücks-TV-Queen und ehemaliger Miss Arizona, an die Seite stellt. Während Colleen bei den üblichen Soft-Themen wie Menopause und Studio-Kochen regelrecht aufblüht, ist das nicht Mikes "Ding". Der hat immerhin schon "16 Emmys und einen Pulitzer-Preis gewonnen, in Bosnien eine Kugel in den Arm bekommen und mit Dick Cheney Mittag gegessen". Als das Moderatorenduo nicht nur hinter den Kulissen, sondern auch vor laufender Kamera streitet, sieht Becky Rot. Einzige Lösung, um die Quoten hochzutreiben: das Niveau noch weiter senken.

In dem Moment, in dem "Daybreak" aufblüht, erwacht auch der Film komödiantisch langsam zum Leben. Wenn Diane Keaton mit Rapper 50 Cent auf der Bühne steht und sich in einem Fat-Suit im Sumo-Ring behauptet, ist das glücklicherweise mehr lustig als peinlich. Als herausragendes komödiantisches Talent erweist sich indes Harrison Ford als verbitterter Scotch-Liebhaber und Nachrichtenheld, der seine besten Tage hinter sich hat. Das skurrile Leben in einem Fernsehbetrieb bot schon oft Stoff für Hollywoodstreifen. In den USA ziehen Filmkritiker den Vergleich zu James L. Brooks' vielgerühmtem Streifen "Broadcast News" (1987), in dem Holly Hunter als TV-Produzentin zwischen zwei Nachrichtensprechern (William Hurt und Albert Brooks) hin- und hergerissen ist.

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