Moolaade

Drama/ , SN/F 2004
Colle wendet sich gegen die Beschneidung

Colle wendet sich gegen die Beschneidung

Er galt als der heimliche Sieger der vergangenen Filmfestspiele von Cannes, obwohl er dort außer Konkurrenz lief: der Streifen "Moolade" des 1923 im Senegal geborenen Regisseurs Ousmane Sembene. Der Film ist ein Plädoyer gegen die in weiten Gegenden Afrikas verbreitete rituelle Beschneidung von Mädchen.

Die genitale Verstümmelung von Frauen mit oft tödlichem Ausgang wird in verschiedenen Formen durchgeführt. Die extremste Ausprägung wird auch in "Moolaade" praktiziert. "Reinigung" wird das Verbrechen genannt, das in Wahrheit dazu dient, die Frauen ihrer Lust und ihres etwaigen Drangs nach Freiheit und Selbstbestimmung zu berauben, und man beruft sich bei seiner Rechtfertigung - zu Unrecht - auf den Koran.

Im Zentrum des Dramas steht Colle, die bereits zwei Töchter durch die Beschneidung verloren hat und sich weigert, auch ihr drittes Kind, das sie durch Kaiserschnitt entbunden hat, beschneiden zu lassen. Als vier weitere kleine Mädchen vor dem drohenden Ritual zu ihr fliehen und Colle sie unter den Schutz eines alten Banns stellt, kommt es zur Revolte. Die Männer verbrennen die Radios der Frauen, um sie von aufklärerischen Einflüssen fernzuhalten, und Colle büßt ihren Widerstand fast mit dem Leben. Regisseur Sembene erzählt die hoch dramatische Geschichte fast wie ein Lehrstück, mit breitem Raum für die Verhandlungen unter den Männern und Frauen, in leuchtenden Farben, mit Musik und Tanz. Und, kaum zu glauben bei diesem Thema, sogar witzig.

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