Monsters

Drama/Science Fiction, GB
Zwei Menschen kämpfen sich durch Mexiko

Zwei Menschen kämpfen sich durch Mexiko

Wagners Walkürenritt weist den Weg: Am Anfang von "Monsters" summt ein US-Soldat kurz vor einer blutigen Schlacht mit Aliens die berühmte Melodie, die schon im Antikriegsklassiker "Apokalypse Now" Auftakt zum Kriegsgemetzel war. Was nach der Schlachtszene folgt, ist eine Art Reise ins "Herz der Finsternis".

Tatsächlich ist "Monsters" wie schon das cineastische Meisterwerk von 1979 im entfernten Sinne eine Art Adaption des Joseph-Conrad-Romans. Zwei Menschen irren durch Niemandsland und erleben eine vom Krieg verrohte Zivilisation. Am Ende von "Monsters" erklingt erneut die Wagner-Melodie - das Grauen geht weiter. In "Monsters" ist die Erde seit Jahren von riesigen Außerirdischen heimgesucht, die halb Mexiko in eine abgeriegelte "infizierte" Zone verwandelt haben. Das Militär rückt mit Panzern, Kampfjets und Giftgas an. Doch die Eindringlinge pflanzen sich rasend schnell fort. Zwei amerikanische Zivilisten irren durch das Inferno: Whitney Able spielt die Tochter eines Medien-Tycoons. Sie verletzt sich auf einer Reise nach Mexiko und soll von einem jungen Fotografen (Scoot McNairy) heil in die USA gebracht werden. Sie reisen gen Norden und stranden in der Wildnis. Die beiden blicken stets mit einer Mischung aus Langeweile und Lässigkeit drein, egal wie ausweglos die Lage ist.

Dem Low-Budget-Regiedebüt von Gareth Edwards sind die limitierten finanziellen Mittel kaum anzumerken. Edwards entwickelt mit Einstellungen von zerstörten Schiffen, Flugzeugen und Bussen einen reizvollen visuellen Sog der Apokalypse, der mit aufwendigen  Endzeit-Hollywoodstreifen wie "Die Straße" oder "Book of Eli" (beide 2010) durchaus mithalten kann.

Allerdings kommt es dem Spezialeffekt-Experten Edwards vor allem auf das Visuelle und die Spannung an. Sein Drehbuch lenkt mit krassen logischen Brüchen und platten Dialogen vom visuellen Grauen eher ab. Warum die beiden naiven Helden geradewegs in die Alien-Brutstätte irren, ist fadenscheinig erklärt. Als Außerirdische halten bunt blinkende Riesenkraken her. Und dass die Maya-Ruinen aus Guatemalas Tropenwald an die Wüstengrenze zwischen den USA und Nordmexiko verpflanzt werden, überrascht nicht nur Ethnologen.

Edwards wollte sich offenbar nicht auf ein Genre festlegen - Elemente von Alien-Horror, Liebesfilm, Politdrama und Roadmovie reihen sich zu einem merkwürdigen Potpourri aneinander. Als die Helden sich am Ende an einer Tankstelle vom Balzverhalten zweier bunt blinkender Oktopus-Aliens beeindrucken lassen und sich in die Arme fallen, mutiert "Monsters" sogar noch zur Science-Fiction-Satire.

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