Monster

Krimi/Drama, USA/D 2003
Charlize Theron bewies Mut zur Hässlichkeit

Charlize Theron bewies Mut zur Hässlichkeit

Im Mittelpunkt des furiosen Regiedebüts der Amerikanerin Patty Jenkins, "Monster", stehen zwei Frauen: Aileen Wuornos hieß die für ihre Serienmorde an Männern hingerichtete Mörderin. Und Charlize Theron ist der Name derer, die Aileen Wuornos spielt und dafür zu höchsten schauspielerischen Ehren gelangte.

Völlig verdient ist die gebürtige Südafrikanerin vor einigen Wochen mit dem Oscar für die Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet worden. Denn was die bislang eher für ihre Schönheit als für ihr künstlerisches Vermögen bekannte Theron in diesem Film zeigt, ist eine Sensation: Für die 111 Minuten Laufzeit des abseits von aller Traumfabrik-Routine produzierten Dramas mit realem Hintergrund hat sich das ehemalige Model in eine aufgedunsene, ungepflegte und vulgäre Gelegenheitsprostituierte verwandelt. Theron spielt diese ebenso Furcht erregende wie bemitleidenswürdige Frau nicht nur, sie schlüpft mit beklemmender Glaubwürdigkeit in deren Haut.

Wer war diese Aileen Wuornos - und war sie wirklich ein "Monster"? Aus zerrütteten Verhältnissen stammend, wurde sie mit acht Jahren sexuell missbraucht, mit 13 begann sie sich zu prostituieren. Der Ekel vor den Männern treibt sie in eine lesbische Beziehung. Wuornos tötet einen gewalttätigen Freier aus Notwehr, bringt danach sechs weitere Männer um und beraubt sie. 1991 verhaftet, zeigt sie vor Gericht keine Reue: Todesurteil. In den Jahren bis zu ihrer Hinrichtung in Florida im Oktober 2002 machen die Medien die Mörderin zur öffentlichen Figur: Dokumentarfilme entstehen, Biografien werden verfasst, sogar eine Oper handelt von der Todeskandidatin.

Auch die "Monster"-Regisseurin hat noch mit Wuornos korrespondiert, sie aber nicht persönlich kennen gelernt. Jenkins und Theron zeichnen das tragische Lebensbild einer Frau, die eigentlich nie eine Chance auf ein auch nur halbwegs glückliches Leben besaß. Nur ihre wohl eher emotionale als sexuelle Leidenschaft zu der zierlichen Selby, von Christina Ricci mit anrührender Verletzlichkeit gespielt, ist ein Lichtschimmer im Trübsal ihrer Existenz. Mit Geschenken, die sie aus der Beute ihrer Raubmorde finanziert, will sich Wuornos der Gunst der Freundin immer wieder versichern. Doch auch in dieser Beziehung wird sie Verrat und Enttäuschung erleben...

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