Monsieur Claude und seine Töchter

Komödie, F 2014
Monsieur Claude ist nicht sehr erfreut

Monsieur Claude ist nicht sehr erfreut

Toleranz ist eine tolle Sache, so lange man sie nicht selbst aufbringen muss. Das sieht man nun in der französischen Komödie "Monsieur Claude und seine Töchter" am Ehepaar Verneuil. Drei der Töchter haben schon Männer aus fremden Kulturen geheiratet - und die Eltern haben es akzeptiert. Als die vierte Tochter nun aber einem Schwarzafrikaner das "Ja"-Wort geben will, sind sie völlig überfordert.

Das konservative Ehepaar Claude und Marie Verneuil (Christian Clavier und Chantal Lauby) hat sich halbwegs daran gewöhnt, dass die drei Schwiegersöhne ihre Herkunft in der Fremde haben, einer in China, einer in Israel, einer in Arabien. Sie hoffen, dass wenigstens die vierte Tochter einen braven katholischen Franzosen als Partner wählt. Doch deren Liebe gehört einem Schwarzafrikaner. Das ist zu viel für die Zwei. Vater Claude will die anstehende Hochzeit unbedingt verhindern. Und ihm fällt einiges dazu ein.

Mit den Verneuils rückt die herrlich überdrehte Komödie ein typisches bürgerliches Ehepaar mitteleuropäischer Herkunft in der zweiten Lebenshälfte ins Zentrum: Die Zwei könnten sicher keiner Seele etwas zuleide tun und hegen auch niemals Ressentiments gegenüber Menschen anderer Hautfarbe, Religion oder Kultur - so lange diese Menschen ihnen nicht zu nahe kommen. Satirische Schläge werden dabei gelegentlich im Sekundentakt in jede kulturelle Richtung verteilt. Die Skala der Gags reicht von eigenwilligem asiatischen Essen, über merkwürdige jüdische Kampfsporttechniken, bis zu arabischen Geschäftsgepflogenheiten und afrikanischen Frauenbildern.

Der Witz wird völlig überdreht, wenn die Schweigerväter in spe aus Frankreich und der Elfenbeinküste aufeinandertreffen und aneinandergeraten. Von alten Vorurteilen dem jeweiligen Gegenüber besessen, wollen sie die Heirat ihrer Kinder auf jeden Fall verhindern. In ihrem Versuch dazu müssen sie allerdings erkennen, dass sie sich trotz aller äußeren Unterschiede in ihrem Wesen einander doch ähneln wie ein Ei dem anderen.

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