Mon Père Est Ingénieur

Drama/ , F 2004
Natacha im Maria-Wahn

Natacha im Maria-Wahn

Natacha, eine engagierte Kinderärztin in Marseille, fällt eines Tages in eine Art Wachkoma: Sie sieht sich als Jungfrau Maria auf Herbergsuche. Regisseur Guediguian verknüpft die Geschichte einer Beziehung mit Versatzstücken des Weihnachtsmärchens und legt zugleich ein Plädoyer für gelebte Weltanschauung vor.

Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert widmet sich Robert Guediguian, "der französische Ken Loach", mit immer dem selben eingeschworenen Team und seiner Geburtsstadt Marseille als gleichbleibendem Schauplatz dem Leben der Unterprivilegierten, den Idealen von sozialer Gerechtigkeit, Liebe und Treue. Sein neuer Film ist eine Art kommunistisches Glaubensbekenntnis mit Versatzstücken eines christlichen Weihnachtsmärchens - aber auch eine zum Teil bittere Bilanz gescheiterter Utopien.

Die Kinderärztin Natacha (Guediguians Frau Ariane Ascaride) ist in einen rätselhaften traumatischen Schockzustand verfallen. Sie spricht nicht mehr, willenlos lässt sie sich wie ein Kind wieder von den Eltern füttern und ankleiden. In ihrer Vorstellung sieht sie sich als Jungfrau Maria auf Herbergsuche mit ihrer Jugendliebe Jeremie (Jean-Pierre Darroussin), schwanger mit dem Erlöser, der nicht auf die Welt kommen will... Jeremie, ebenfalls Arzt, wird zu Hilfe gerufen und rekonstruiert in Gesprächen mit Natachas Nachbarn und Klienten die Geschichte ihrer Erschöpfungsdepression.

Stück für Stück entsteht das Bild einer sozial und politisch engagierten Kämpferin, der eines Tages die scheinbare Vergeblichkeit ihrer lebenslangen Anstrengungen vor Augen geführt wurde: Dass der befreundete Nachbar mit den linken Attitüden, obwohl selbst Sohn eines Einwanderers, seine minderjährige Tochter schlägt, weil sie von einem Araber schwanger ist, "das dürfte im Frankreich des Jahres 2003 nicht mehr passieren".

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