Miral

Drama, F/IL/I/IND 2010
Miral (Pinto) verliebt sich in Aktivisten Hani

Miral (Pinto) verliebt sich in Aktivisten Hani

Dem Zuschauer die Dringlichkeit des Nahostkonflikts aufzuzeigen und ihn in den Friedensprozess einzubinden: Das ist Julian Schnabel zufolge das Ziel seines Films "Miral". Darin zeichnet der Künstler der wilden Farben das Leiden palästinensischer Frauen nach. Als Vorlage diente der semi-autobiografische Roman seiner Lebensgefährtin, der italienisch-palästinensischen Journalistin Rula Jebreal.

Die Lebensgeschichte Mirals und damit auch der Film beginnt mit Hind Husseini (Hiam Abass). Als bei einem Massaker in einem palästinensischen Dorf mehr als 1.200 Menschen getötet werden, nimmt sie die dabei zu Waisen gewordenen Kinder auf und gründet eine Schule in Ostjerusalem. Jahrzehnte später landet hier auch die kleine Miral (Pinto), deren Vater sie nach dem Tod ihrer Mutter nur an Wochenenden mit nach Hause nimmt. Miral wächst bei Husseini unter dem Grundsatz auf, dass nur Bildung und die Wertschätzung der eigenen palästinensischen Wurzeln Frieden bringen kann.

Als sie als junge Lehrerin schließlich in einem Flüchtlingslager unterrichten soll, wird sie mit der anderen Seite, jener der wütenden Auflehnung ihres Volks, konfrontiert. Sie lernt den politischen Aktivisten Hani (Omar Metwally) kennen und lieben und findet sich plötzlich inmitten der Ersten Intifada. Nachdem sie in Konflikt mit der israelischen Polizei gerät, die sie festnimmt und foltert, steht Miral vor der Gewissensfrage, welchen Weg sie gehen will - jenen der Aufklärung und Bildung, oder jenen des Kampfes, der schon ihre Tante Fatima, eine Bombenlegerin, ins Gefängnis gebracht hat.

"Dieser Film ist all jenen auf beiden Seiten gewidmet, die Frieden noch für möglich halten", steht am Schluss des Films. Es ist das einzige Mal, das Regisseur Schnabel ("Schmetterling und Taucherglocke") von beiden Seiten spricht. Ob "Miral" nun aufklären soll oder nicht - der Film ergreift Partei im Nahostkonflikt und klagt Israel an. Das wird vor allem in der Aufbereitung dokumentarischer Szenen klar, in der u.a. die Ausrufung des Staats Israels mit dramatischer Musik unterlegt wird. Die Intifada wird verklärt romantisch dargestellt, die israelischen Polizisten als folterlustige Dümmlinge karikiert. Die Premiere des Films in der UNO-Zentrale in New York wurde vom American Jewish Committee scharf kritisiert.

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