Milk

Drama, USA 2008
Milk mit seinem Liebhaber Jack Lira

Milk mit seinem Liebhaber Jack Lira

Es ist eine Figur, die auch nach mehr als 30 Jahren noch bewegt: Harvey Milk, ein schwuler Bürgerrechtler im San Francisco der 70er Jahre. Auch die Themen, die "Milk" behandelt, sind nach wie vor brandaktuell (siehe Kirchenkrise). Der Spielfilm des großen Independent-Regisseur Gus van Sant ist mehrfach für den Oscar nominiert.

Leichte Themen lässt der Träger der Goldenen Palme ("Elephant") Van Sant bei seinen Filmen eher aus. Der 1952 in Kentucky geborene Filmemacher hat sich für seinen neuen Film "Milk" dem Bürgerrechtler Harvey Milk gewidmet. Quer durch alle Bevölkerungsschichten war der Stadtrat von San Francisco in den 70er Jahren zum Inbegriff eines mutigen Kampfes für Bürgerrechte und für eine Akzeptanz der Homosexuellen in Amerika geworden. Bei seinem Engagement und den Demonstrationen gegen Diskriminierung setzte er sich stets für die Benachteiligten ein.

Bei den diesjährigen Oscars ist Van Sants Spielfilm mit historischem Background achtfach nominiert, darunter Sean Penn als bester männlicher Hauptdarsteller, Josh Brolin als bester Nebendarsteller und Van Sant für die beste Regie und den besten Film. Der Regisseur hat genau recherchiert, die Zeit, das damalige Misstrauen und Harvey Milk werden richtiggehend lebendig. Sean Penn, der Mann mit dem wohl markantesten und ausdrucksstärksten Gesicht des gegenwärtigen Kinos, zieht den Zuseher intensiv in das Geschehen. Aber auch sein zeitweiliger Lebensgefährte im Film, gespielt von Diego Luna, oder Stadtratkollege Dan White (Josh Brolin), der ihn schließlich ermordet, sind top besetzt.

Die Bildsprache ist wieder typisch Gus Van Sant. Zudem gilt der Filmemacher, der neben Musikvideos auch Filme wie "Last Days" und "Paranoid Park" gedreht hat, als Spezialist für Filme über unangepasste Jugendliche und Erwachsene (siehe "Good Will Hunting"). Auch hier steht im Zentrum wieder ein Thema, das dem US-Regisseur liegt.

"Milk" dokumentiert das politische Klima und die Homophobie, die 1978 auch zur Ermordung von Harvey Milk führten, ähnlich genau wie Robert Epsteins Dokumentarfilm "The Times of Harvey Milk" aus dem Jahr 1984. Gus Van Sants neuer Film startet in Österreich schon am 20. Februar.

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