Miami Vice

Action/Krimi, USA 2006
"Miami Vice": so düster wie die Serie schrill war

"Miami Vice": so düster wie die Serie schrill war

Remakes von TV-Serien haben in Hollywood Konjunktur. Nach beispielsweise "Drei Engel für Charlie" und "Verliebt in eine Hexe" feiert die Kultserie der 1980er "Miami Vice" ihre Wiederauferstehung. Sonny Crockett und Ricardo Tubbs sind wie gewohnt im Kampf gegen ein Drogenkartell.

Der jetzt vom damaligen ausführenden Produzenten Michael Mann inszenierte Spielfilm bietet allerdings nichts vom schrillen Sex Appeal, der die Serie zu einem Hit machte. Die Story und dementsprechend die Bildgestaltung sind düster, Humor gibt es auch so gut wie gar nicht, modische Details spielen absolut keine Rolle.

Der Film schickt die Detektive James "Sonny" Crockett (Colin Farrell) und Ricardo Tubbs (Jamie Foxx) Richtung Kolumbien, um dort ein riesiges Drogenkartell auffliegen zu lassen. Das wird verdammt kompliziert, da sich Crockett in Isabella (Gong Li), die Frau des Drogenbarons verliebt. Eine Liebe, die dazu führt, dass die Grenzen von Gut und Böse mehr und mehr verwischen.

"Miami Vice" ist typisch für den Stil von Regisseur Michael Mann: düstere Bilder dominieren, nahezu alle Charaktere haben Dreck am Stecken, die Story ist zweitrangig im Vergleich zum ausgefeilten Stil. Zuschauer, die auf pure Action hoffen, dürfte das irritieren. Denn die Erwartung an knalliges Knall-Bumm-Zisch wird erst im letzten Drittel des mehr als zwei Stunden dauernden Films erfüllt.

Die handwerkliche Brillanz von Michael Mann ist ein Genuss für Cineasten. Kinozuschauer, die vor allem auf unbeschwerte Krimiunterhaltung aus sind, dürften eher irritiert werden. Denn Stil ist hier alles, Inhalt nichts. "Großartig, aber gaga", schrieb ein New Yorker Kritiker, der sich an der visuellen Gestaltung des Films berauschte und über die inhaltliche Leere hinweg sah.

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