Mein ziemlich kleiner Freund

Komödie/Romanze, F

Diane fühlt sich von Alexandre angezogen

In der französischen Komödie "Mein ziemlich kleiner Freund" geht es um die Liebesgeschichte zwischen Diane und Alexandre. Sie lässt ihr Handy liegen, er findet es und überredet sie am Telefon charmant zu einer Übergabe. Was Diane erst bei ihrem Treffen herausfindet: Ihr Beau ist witzig, weltgewandt, gut aussehend - und 1,36 Meter groß.

Regisseur und Drehbuchautor Laurent Tirard kann für seinen Film auf Starbesetzung zurückgreifen: Virginie Efira ("Birnenkuchen mit Lavendel") als Anwältin im Widerstreit ihrer Gefühle und den digital geschrumpften Oscarpreisträger Jean Dujardin ("The Artist"). Die beiden verkörpern die eigentlich recht klassische Liebesgeschichte schlicht liebenswert und charmant.

Diane, blonde Schönheit mit Stöckelschuhen, ist vom klein gewachsenen Architekten Alexandre, der sie auf Fallschirm-Tandemsprünge und andere originelle Orte mitnimmt, fasziniert und angezogen. Dennoch muss sie mit ihren eigenen Vorurteilen kämpfen, hat sie doch das Idealbild des Ritters auf weißem Pferd im Kopf. Und das beinhaltet, dass sie ihren Galan nicht um Längen überragt. Hinzu kommen die ablehnenden Reaktionen ihres Umfelds, wenn ihr Ex-Mann Bruno sie Schneewittchen nennt, oder ihre Mutter gegen die Einbahn rast, als Diane ihr von Heiratsplänen berichtet.

All dies kommt in der Regel aber im sommerlich-luftigen Romantikton daher. Und dennoch funktioniert der Film im Kern subtiler und differenzierter als der deutsche Verleihtitel vermuten lässt, sind Pimmelanspielungen in diesem Falle doch völlig unangebracht. Nur manchmal kann sich "Mein ziemlich kleiner Freund" Slapstickeinlagen leider nicht verkneifen, wenn Alexandre etwa als im wahrsten Sinne Running Gag beständig vom großen Hund seines Sohnes niedergerannt wird. Dennoch gibt Dujardin seiner Figur stets Würde und degradiert sie nur selten zur Witzfigur.

Alles in allem bleibt die Romanze somit in den Bahnen der Konvention. Auf die Kennenlernphase kommt die Krise, und Diane sieht sich dem Druck nicht gewachsen. So stehen beide alsbald vor der Entscheidung, ob sie als Paar gegen die Außenwelt bestehen können. Schließlich zählen ja doch die inneren Werte. Ohne zu viel zu verraten: Emotional zerstört muss der Cineast bei diesem Film nicht aus dem Kino gehen.

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