Mary & Max

Komödie/Drama, AUS 2009
Ein Mädchen sucht und findet einen Brieffreund

Ein Mädchen sucht und findet einen Brieffreund

Animationsfilme sind nur etwas für Kinder. Das zumindest ist weithin die Annahme, wenn die gezeichneten und gekneteten Figuren auf der Leinwand auftauchen. Doch schon seit längerem gibt es immer wieder äußerst anspruchsvolle Animationsfilme für Erwachsene - so wie nun auch "Mary & Max - oder schrumpfen Schafe wenn es regnet?".

Darin kreiert Oscarpreisträger Adam Elliot mit seinen beiden Knetfiguren Mary und Max eine zutiefst berührende, tragisch-komische Geschichte um eine ungewöhnliche Freundschaft zweier einsamer Menschen, pointiert und sarkastisch erzählt. Mary und Max finden sich nur zufällig. Die achtjährige Mary lebt in Australien, isoliert, ohne Freunde und mit einer alkoholabhängigen Mutter. In ihrer Not sucht sie sich aus einem zufällig entdeckten New Yorker Telefonbuch eine Adresse und schreibt einen Brief dorthin - an Max. Bei dem übergewichtigen Erwachsenen, der an einer Form des Autismus leidet, löst Marys Brief erst einmal eine Panikattacke aus, spricht sie mit ihren kindlichen Fragen über den Sinn des Lebens doch auch seine tiefsten Ängste und Traumata an.

Dennoch entwickelt sich eine enge Brieffreundschaft, nur sehen tun sich die beiden nicht. Dialoge zwischen Mary und Max (im Original gesprochen von Philip Seymour Hoffman und Toni Collette) gibt es ebenfalls nicht, und trotzdem sind die Verbundenheit und Vertrautheit der beiden verlorenen Seelen deutlich zu spüren. Immerhin erfahren sie durch die Freundschaft trotz der Distanz das, was ihnen im Leben sonst verwehrt bleibt: menschliche Zuneigung.

Das alles verpackt Regisseur Elliot in herausragenden Bildern, meist in schwarz-weiß mit nur wenigen Farbtupfern. Das Herz des Film sind aber Mary und Max, kleine Knetfiguren ähnlich wie bei "Wallace und Gromit". Ihre Bewegungen wirken etwas ungelenk, unterstreichen damit aber wunderbar ihre Versuche, sich im chaotischen Leben zurechtzufinden.

Regisseur Ellio gelingt Elliot das Wichtigste: Seine Protagonisten mögen nur Knetfiguren sein, erobern sich aber schnell einen Platz im Herzen der Zuschauer - mit all ihren Macken und Ängsten. Wenn die Freundschaft von Mary und Max einen Tiefpunkt erreicht, schmerzt das auch die Zuschauer. Elliot thematisiert so zahlreiche ernste Themen, beobachtet seine Protagonisten schonungslos und bringt einen mit seinem teils sehr sarkastischen Humor auch immer wieder zum Lachen.

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