Marley

Dokumentation, USA/GB 2012

In TV und Kino finden: Kevin Macdonald

Eine Hommage an die Reggae-Größe

Eine Hommage an die Reggae-Größe

Noch immer ist Bob Marley der größte aller Reggae-Stars. Und noch immer gibt es einiges über ihn zu erzählen. Regisseur Kevin Macdonald verneigt sich mit der so umfangreichen wie faszinierenden Doku "Marley".

Bei Facebook hat Bob Marley fast 40 Millionen Fans. Dabei war vom Internet noch keine Rede als die Reggae-Ikone, der Gitarrist und Songwriter vor über 30 Jahren starb. Nun zeichnet Kevin Macdonald ("Der letzte König von Schottland - In den Fängen der Macht") das kurze und doch so nachhaltige Leben und Wirken des charismatischen Sängers ("No Woman No Cry", "I Shot the Sheriff") nach. Der britische Regisseur und Oscarpreisträger hat dafür nicht nur auf Jamaika, in Ghana, Japan, Großbritannien und den USA gedreht, er durfte auch als erster Filmemacher die privaten Archive der Marley-Familie nutzen.

Seine Mutter war schwarz und sein Vater weiß: Bob Marley, geboren 1945 in der ländlichen jamaikanischen Gemeinde Saint Ann, wuchs in recht bescheidenen Verhältnissen auf. Später, als Jugendlicher, ging er nach Kingston, um von dort aus mit seiner Stimme und seiner positiven Botschaft die Welt zu erobern. Heute gilt Marley nicht nur als Mitbegründer eines musikalischen Genres, er wird auch mit ungebrochener Begeisterung als Friedenskämpfer verehrt, als Stimme der Unterdrückten, als Revolutionär: ob auf Jamaika, in Afrika, im Mittleren Osten oder in Europa.

Kevin Macdonald, der in seiner Vita Dokumentationen ("Ein Tag im September") und Spielfilme ("Der Adler der neunten Legion") vereint, zeigt uns das Geburtshaus der Reggae-Ikone genauso wie das einzig bekannte Foto von Marleys weißem Vater. Er berichtet von den ersten Hits der "Wailers", Marleys Frauen - er hatte elf Kinder aus verschiedenen Beziehungen - politischen Unruhen auf Jamaika sowie Bob Marleys Rolle als Friedensstifter und seiner Krebserkrankung... Schier überwältigend, die Menge an Weg- und Lebensgefährten, die Macdonald dazu vor die Kamera holt: Bobs Witwe, Rita Marley, genauso wie Sohn Ziggy und Tochter Cedella Marley, Künstler und Musiker wie Lee "Scratch" Perry oder Jimmy Cliff.

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