Man on Wire

Dokumentation/Krimi, GB/USA 2008
Am 7. August 1974 wagte Petit das Unfassbare

Am 7. August 1974 wagte Petit das Unfassbare

Am 7. August 1974 wagte der französische Hochseilartist Philippe Petit auf einem ein Zoll starken Stahlseil zwischen den Zwillingstürmen des World Trade Centers in New York einen Balanceakt in 417 Metern Höhe. Später wurde Petit verhaftet. Mehr als 30 Jahre nach dem "Coup" versucht der britische Regisseur James Marsh, mit seinem Dokumentarfilm "Man on Wire" die Frage nach dem Warum zu ergründen.

Unterlegt hat Marsh die Erzählungen seiner Protagonisten mit Originalfotos und Filmaufnahmen, auch von Petits Kunststücken zwischen den Türmen von Notre Dame in Paris 1971 und den Pfeilern der Harbour Bridge in Sydney 1973. Der "Coup" selbst wird in Schwarzweiß-Bildern erzählt zu Musik des britischen Komponisten Michael Nyman ("Das Piano"). Petit probt seine Drahtseilakte ausschließlich zu Nymans Stücken.

Petit ist noch immer wie ein rastloser Abenteurer, ein furchtloser Fantast, besessen vom unwiderstehlichen Reiz des Risikos. "Ich habe den Verstand eines Kriminellen", erklärt er Marsh bei dessen erstem Besuch. Und tatsächlich hat er diesen Drahtseilakt geplant wie das perfekte Verbrechen: Im Wartezimmer seines Zahnarztes entdeckt er einen Artikel über den Bau der damals höchsten Gebäude der Welt. Er beschließt, sie eines Tages zu bezwingen und macht diesen Plan zu seinem Lebenswerk.

Sequenzen aus Petits Leben vor dem Coup unterbricht Marsh immer wieder mit Bildern vom Bau jener Türme, die 30 Jahre später wie Kartenhäuser in sich zusammenfallen werden. Verkleidet als Bauarbeiter und mit gefälschten Ausweisen, schleichen sich Petit und seine Helfer am Abend des 6. August 1974 in das World Trade Center - zwei steigen auf den Nordturm, zwei auf den Südturm. Mit Pfeil und Bogen schießen sie zunächst eine Angelschnur aufs andere Dach, ziehen dann immer stärkere Stricke auf die andere Seite, bis schließlich das schwere Stahlseil hinüber muss.

James Marsh hat für seinen faszinierenden Film bereits zahlreiche Auszeichnungen eingeheimst: die Publikumspreise bei den Filmfesten in Edinburgh und Los Angeles, den Grand Jury Prize und den Publikumspreis beim Sundance Filmfest und die Auszeichnung als bester Dokumentarfilm in Karlovy Vary. Er wird auch als heißer Kandidat für einen Oscar gehandelt.

In TV und Kino finden: James Marsh

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