Mahler auf der Couch

Drama, D/A 2010
Karl Markovics in Action

Karl Markovics in Action

Alles andere als einen "Gustav-Mahler-Historienfilm" hatten Regisseur Percy Adlon und sein Sohn Felix im Sinn, als sie an ihrem gemeinsamen Film "Mahler auf der Couch" arbeiteten. Und die Ankündigung hat gehalten. In Percy Adlers Sittenbild des angehenden 20. Jahrhunderts begegnen einander zwei der größten Genies der Epoche - Gustav Mahler und Sigmund Freud.

Der 105-minütige Streifen, der nun die österreichischen Kinos kommt, zeichnet ein un- sowie außergewöhnliches Bild der letzten Lebensjahre des Komponisten und seiner fatalen Liebe zu Alma Schindler. Ausgehend von einem verzweifelten Besuch bei Sigmund Freud (Karl Markovics) rollt Mahler (Johannes Silberschneider) sein Eheleben auf, das durch Almas Affäre mit Walter Gropius zutiefst zerrüttet ist. An Kitsch grenzende Weichzeichnung, betont chaotische Schnitte, Erinnerungs-Loops aus verschiedenen Perspektiven, Geschwindigkeiten und Farbnuancen - "Mahler auf der Couch" will unkonventionell sein. Das gelingt der österreichisch-deutschen Koproduktion auch über weite Strecken im positiven Sinne, was nicht nur den hervorragenden Darstellern geschuldet ist, sondern auch dem vom Regie-Duo verfassten Drehbuch mit humorvollen, punktgenauen Dialogen.

Effektvoll mit den Bildern (Kamera: Benedict Neuenfels) verwoben sind die Mahler-Aufnahmen des Schwedischen Radio Sinfonie Orchesters unter Esa-Pekka Salonen. "Mahler auf der Couch" ist eindeutig kein Film zum Zurücklehnen und Genießen. Er rollt die Tiefen einer turbulenten Künstlerehe auf, und wenn Freud Mahler in eine Hypnose versetzt, fällt man selbst ein wenig haltlos in Gustav Mahlers Unterbewusstsein. Und das hat es in sich.

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