Maggie's Plan

Komödie/Drama, USA 2015

Maggie will ein Kind - und braucht dafür einen Mann

Den Unwägbarkeiten des Lebens mit einem Übermaß an Kontrolle beikommen zu wollen, ist im Privaten mindestens ebenso schwierig wie im öffentlichen Leben. Diese Erfahrung macht auch eine New Yorker Mittdreißigerin, die es in der quirligen Romantikkomödie "Maggie's Plan" (ab Freitag im Kino) mit ihrem umtriebigen Gestaltungswillen ein wenig übertreibt. In der Hauptrolle: Indie-Queen Greta Gerwig.

Eigentlich verfolgt Maggie (Gerwig) in dem leichtfüßigen und flott erzählten Film von Rebecca Miller ja nicht nur den einen titelgebenden Plan, sondern gleich mehrere. Der Entscheidung, sich mit dem Sperma eines ausgewählten Spenders selbst zu befruchten, und der überraschenden Liaison mit dem verheirateten John (Ethan Hawke) folgt nach unerfüllter Ehe das ungleich schwierigere Vorhaben, ihn wieder mit seiner Ex-Frau Georgette (Julianne Moore) zu verkuppeln.

Das New Yorker Intellektuellenmilieu, in dem Miller ihren Film angesiedelt hat, erinnert in den Anlagen ein wenig an Woody Allen, die Figuren sind größtenteils recht klischeehaft gezeichnet. Dass die vielen Wendungen und Zeitsprünge des Buchs aber trotz aller Absurditäten und Stimmungswechsel letzten Endes dennoch in eine sympathisch-amüsante Komödie münden, ist einem spielfreudigen Ensemble und nicht zuletzt der ungekünstelten Art von Gerwig zu verdanken.

Gerwigs Maggie ist neben dem versponnen-ambitionierten Schriftsteller John und der erfolgreich-dominanten Professorin Georgette (Moore großartig an der Grenze zur Karikatur) das Bindeglied zur "realen" Welt: unverstellt, unprätentiös und praktisch veranlagt. Als Vermittlerin zwischen Designstudenten und der freien Wirtschaft gibt sie dem Film genau jene Bodenhaftung, die nötig ist, um das aus dem Ruder laufende Vorhaben nicht völlig ins Lächerliche zu ziehen.

Ein Festivalhit - mit Uraufführung in Toronto und Vorführungen beim Sundance Festival und der Berlinale - wurde der Film wohl nicht zuletzt durch seine subversive Umkehrung des klassischen Plots einer Romantic Comedy. Während üblicherweise das Zusammenfinden zweier Figuren im Zentrum steht, verfolgen wir bei Filmemacherin Rebecca Miller den Versuch einer jungen Mutter, möglichst konfliktfrei wieder die eigene Unabhängigkeit zu erlangen - und das ziemlich smart und witzig.

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