März

Drama, A 2008
Trauerstudie von Klaus Händl

Trauerstudie von Klaus Händl

Vor drei Jahren lief der österreichische Kurzfilm "Echos" von Michael Ramsauer in Cannes, eine Geschichte über drei junge Selbstmörder. Jahre zuvor hatte der Dramatiker Klaus Händl bereits die Abschiedsnacht dieser Menschen für einen Kurzfilm verwendet. Nun präsentiert Händl sein Langfilmdebüt "März", eine Trauerstudie über die Menschen in jenem Dorf, aus dem die Jugendlichen stammten.

Seit 1998 hat Händl an dem Stoff gearbeitet, der auf einem authentischen Vorfall beruht und sich in einem Nachbardorf des 1969 im Örtchen Rum geborenen Autors zugetragen hatte. Den Kurzfilm sieht Klaus Händl als Prolog für den dokumentarisch anmutenden Spielfilm. In dem etwas mehr als 80-minütigen und äußerst fragmentarischen Werk kommt der Selbstmord nur am Rande vor. Die eigentliche Tragödie spielte sich vor und vor allem nach dem Akt in dem kleinen Tiroler Dorf ab.

Die Frage nach dem Motiv, nach dem "Warum" geistert durch den Ort und spiegelt sich in den sprachlosen Gesichtern wider. Geredet wird nicht viel, vielmehr werden die Lücken sichtbar, die die drei Jugendlichen hinterlassen haben. Die verwobene Montage, die ein wenig an Gus Van Sants "Elephant" oder "Paranoid Park" erinnert, macht diese "Auslassungen", wie Händl es formulierte, noch deutlicher sichtbar.

Aus rund 90 Stunden Rohmaterial bastelte die Cutterin Joana Scrinzi ein pures, langsames, trotz der Schwere immer wieder witziges, aber vor allem intensives Filmerlebnis. Der Cast besteht aus Laien und Profis, gesprochen wird im Dialekt. Durch die aufgebaute Nähe wird man irgendwann auch als Zuschauer fast zu einem Teil des Dorfes, zu einem Mitwisser, der sich nur schwer den aufgestauten Emotionen und den omnipräsenten Fragen entziehen kann. Dass man diese Fragen nicht selber beantworten muss, lässt einem Zeit zum Schauen, lässt einen das Alltägliche anders wahrnehmen.

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