Männertrip

Komödie, USA 2010
Männer unter sich

Männer unter sich

Ob Sex, Drogen oder Alkohol - seine Exzesse sorgten für Schlagzeilen: Star-Komiker Russell Brand inszeniert seine Karriere als kunstvolle Provokation. Jetzt spielt er in der amerikanischen Slapstick-Satire "Männertrip" einen angeschlagenen Rockmusiker.

Genial oder grauenvoll? Bei den Komödien des amerikanischen Produzenten Judd Apatow ("Wie das Leben so spielt", "Stiefbrüder") sind die Reaktionen des Publikums oft kontrovers. Das gilt ebenfalls für Russell Brand, den Hauptdarsteller des neuen von Apatow produzierten Films "Männertrip": Brand präsentiert sich auf der Leinwand wie im Leben mit Bravour als attraktives Ekel und durchgeknallter Macho. Auch in der Rolle des rüden Rockmusikers Aldous Snow fühlt er sich offensichtlich wohl, Regisseur Nicholas Stoller bezeichnete den drogen- wie sexsüchtigen Anti-Helden Aldous gar "als eine entschärfte Version von Russell".

Wie in "Nie wieder Sex mit der Ex" steht Russell Brand erneut der etwas tollpatschige und übergewichtige Jonah Hill ("Superbad") zur Seite. "Männertrip" ist aber keine Fortsetzung, sondern ein sogenannter Spin-off, es erzählt die Geschichte des jungen Aaron Green (Hill), eifriger Mitarbeiter bei einem Plattenlabel. Er begeistert seinen meist unzufriedenen Chef Sergio Roma (Musiker Sean Combs) von der Idee eines Comeback-Konzerts mit dem einst legendären Rockstar Aldous Snow. Tatsächlich bekommt Aaron nun den Auftrag, den unberechenbaren Künstler in 72 Stunden von London zum Tourneestart nach Los Angeles zu bringen.

Was Aaron trotz aller Warnungen eine leicht realisierbare Aufgabe schien und seiner eigenen Karriere verhelfen sollte, wird aber zu einer abenteuerlichen Odyssee durch Diskotheken, Kneipen und Flughäfen. Seit seinem Misserfolg konzentrieren sich Aldous Snows Interessen nämlich allein auf Sex, Drogen und Alkohol. Notgedrungen muss Aaron mithalten, ist er doch zu jedem Opfer bereit.

"Männertrip" hat einen atemberaubenden Rhythmus: die Sprüche sind cool, die Dialoge clever, der Humor bleibt meist unter der Gürtellinie. Jede Art von Vorurteilen wird gemixt mit gängigen Klischees und endet als oft derber, aber sprachlich brillanter Witz. Geschmacklosigkeit ist zwar keine Garantie für Komik, aber schließt kreatives Potenzial nicht aus: So wird der Zuschauer so oft mit Gags bombardiert, dass kaum Zeit bleibt, Widerwillen oder Ekel zu empfinden.

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