Mädelstrip

Action/Komödie, USA 2017
Das Mutter-Tochter-Gespann muss sich in der Wildnis durchschlagen

Das Mutter-Tochter-Gespann muss sich in der Wildnis durchschlagen

Die US-Komödiantinnen Amy Schumer und Goldie Hawn werden während ihres Ecuador-Trips von einer Bande entführt...

Schumer spielt in "Mädelstrip" nach dem weitgehend gelungenen "Dating Queen" wieder ihre Standardrolle der etwas zu lauten weißen US-Amerikanerin um die 30: zu verwöhnt, um ihr privilegiertes Leben zu schätzen; zu gerne neurotisch, um etwas an ihren Problemchen zu ändern. Emily Middleton heißt sie hier, eine Modeverkäuferin, die in den ersten Minuten des Films sowohl den Job als auch den Freund verliert. Der ist nämlich Musiker und gibt offen zu, dass er auf seiner ersten Tour lieber mit vielen Frauen schlafen will statt der einen Freundin daheim treu zu bleiben. Er spricht das laut aus - und auch später werden die Figuren nicht subtiler.

Durch die Trennung hat Emily ein weiteres Problem, denn sie findet niemanden, der als Ersatz für den Freund mit ihr einen bereits bezahlten Cluburlaub in Ecuador antritt. Schließlich fragt sie ihre Mutter Linda, gespielt von Goldie Hawn. Die war früher einmal eine leicht wilde 68erin, lebt aber inzwischen ängstlich mit ihren Katzen und Emilys jüngerem Bruder daheim. Linda und Emily fliegen also gemeinsam und es kommt, wie es in Hollywood immer kommen muss, denn natürlich werden die beiden bei einem Trip ins Landesinnere von schmierig porträtierten Kolumbianern entführt.

Das Ärgerliche an "Mädelstrip" sind genau diese plumpen Drehbuchschlampereien. Egal ob Ecuador oder Kolumbien, Südamerikaner in der Region sind Gangster, ein Urlaub mit Eltern ist für eine erwachsene Frau grundsätzlich ultrapeinlich, ein Mitarbeiter des US-Außenministeriums hat zunächst nur knackige Sprüche parat, statt wirklich zu helfen. Weder Schumers Wandel zu einer reiferen Version ihrer selbst noch Hawns entspannterer Umgang mit dem Leben wird im Lauf des Films überzeugend hergeleitet - es gibt nicht einmal glaubwürdige Konflikte zwischen den beiden, die beiseite geräumt werden müssen. Stattdessen bietet der Film lieber zahlreiche Furz- und Busen-Gags an.

Einzig die stimmige Chemie des Frauenpaares im Zentrum der Komödie liegt über dem Durchschnitt, es ist auffällig, mit welchem Timing die beiden ihre Szenen dominieren. Vielleicht ist das kein Wunder, denn die 71-jährige Hawn war für Hollywood einmal das, was Amy Schumer heute ist: eine attraktive, charmante und meinungsstarke Blondine, die mit ihrer Arbeit endlich ein wenig Schwung in verkrustete Männerstrukturen der Branche bringt. Schumer steht es hoffentlich noch bevor, aber Hawn hat seit fünf Jahrzehnten eine zwar nicht immer treffsichere, aber trotzdem erfolgreiche und mit einem Oscar gekrönte Karriere hingelegt. Für ihren ersten Film seit 15 Jahren hätte sie sich gerne stärkeres Material aussuchen dürfen.

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