Lourdes

Drama, A/D/F 2009
Christine ist anfangs skeptisch

Christine ist anfangs skeptisch

Mit Wundern und deren Auswirkungen setzt sich die österreichische Regisseurin Jessica Hausner in ihrem dritten Spielfilm auseinander, mit dem sie heuer bei den 66. Filmfestspiele von Venedig vertreten war. "Lourdes", schlicht benannt nach dem französischen Pilgerort, in dem der gesamte Film angesiedelt ist, erzählt von Christine, einer jungen Frau im Rollstuhl.

Mit einem leeren Speisesaal im katholischen Pilgerzentrum beginnt der ruhige und konzentrierte Film der 36-jährigen Hausner. Die Tische werden gedeckt, auf Krücken und in Rollstühlen - begleitet von Schuberts "Ave Maria" - kommen die Kranken und deren Betreuerinnen herein. Die Leiterin des schwesterlichen Ordens erklärt, dass die Anwesenden hier "Glück und Erleichterung" finden sollen, und teilt mit, dass der Besuch der Grotte leider auf den nächsten Tag verschoben werden muss. Dafür werde am Ende der Reise ein Preis für den besten Pilger verliehen.

Wenn sich am nächsten Tag bei der Führung die Glastür vor der Schwester wie von selbst öffnet, ist das zwar kein Wunder, sondern nur ein Sensor - aber es weist schon darauf hin, dass die Sensoren der Heilsuchenden in Lourdes auf das Außergewöhnliche und Übernatürliche ausgerichtet sind. Unter den Hoffnungsvollen befindet sich auch Christine (Sylvie Testud), die an Multipler Sklerose erkrankt ist und deshalb im Rollstuhl sitzt. Die Skeptikerin steht bald im Mittelpunkt, weil ausgerechnet sie eines Tages von selbst aus dem Bett kommt und wieder gehen kann - was nicht nur Freude auslöst.

Mit der österreichisch-deutsch-französischen Koproduktion "Lourdes" hat Jessica Hausner in Venedig einen weiteren großen Schritt nach vorne gemacht - und erinnert mit der gelungenen Schlusssequenz fast ein wenig an die vielgelobte "Berliner Schule".

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