Los Feliz

A 2016

Artifizieller Roadmovieessay

Edgar Honetschläger widmet sich in seinem neuen Projekt "Los Feliz" der Macht der Bilder und der Macht über die Bilder. Dazu hat der Künstler ein wahres Multi-Mediaexperiment auf die Beine gestellt, in dessen Kern der Spielfilm "Los Feliz" steht. Derzeit läuft der artifizielle Roadmovieessay bei der Diagonale, ehe er am 14. März österreichweit in den Kinos zu sehen sein wird.

Die erste halbe Stunde von "Los Feliz", benannt nach einem Stadtviertel von Los Angeles, ist beinahe konventionell angelegt. Dauerbeschallt von Richard Strauss und Igor Strawinski paktieren drei Kardinäle mit dem Teufel, um den Bedeutungsverlust des Westens aufzuhalten. Rom und Los Angeles, als zwei Orte jener Mächte, die unsere Bildwelten zentral prägen, werden in Folge verbunden. In einem Mercedes-Oldtimer fährt der Teufel mit der Französin Lydia, die berühmt werden möchte, und einer japanischen Shinto-Göttin durch Amerika - dessen Welt Honetschläger dann mit bemalten Leinwänden erschafft.

Ab diesem Zeitpunkt wandelt sich der in Rom, LA und Wiener Neudorf gedrehte "Los Feliz" zum Roadmovie aus dem Studio. Er zeichnet wie die Genesis eine Reise von New York nach Los Angeles in einer Sieben-Tage-Struktur nach - im wahrsten Sinn des Wortes. Allein die Erstellung der teils minimalistischen, teils an Kinderarbeiten erinnernden Leinwände, die im Format 16 auf 4 Meter hinter den Akteuren als Landschaft vorbeigezogen werden, dauerte laut Honetschläger dreieinhalb Jahre.

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