Logan - The Wolverine

Action/Drama, USA 2017

Neuer Auftrag für Logan alias Wolverine

Mit seinem insgesamt neunten Auftritt als Wolverine nimmt Hugh Jackman nun Abschied von der Mutanten-Rolle, die ihm vor 17 Jahren den Durchbruch bescherte.

Nachdem Hugh Jackmans erster Auftritt als Wolverine in Bryan Singers X-Men im Jahr 2000 eine neue Ära des Superheldenkinos einläutete, markiert Logan nach insgesamt neun Kinoauftritten den angekündigten Abgang des wohl schillerndsten und populärsten Helden des X-Men-Universums. In seinem dritten Solo-Abenteuer schlüpft Hugh Jackman unter der Regie von James Mangold (Walk the Line), der auch schon für den Vorgänger verantwortlich zeichnete, nun also ein letztes Mal in die Rolle seines Lebens. Die Frage aller Fans lautet natürlich: Ist Logan, der an die alternative, durch die Ereignisse in X-Men: Zukunft ist Vergangenheit veränderte Original-Zeitlinie anknüpft, endlich der ultimative Wolverine-Film, den die Macher zwar seit jeher versprochen, auf den Kenner der Comics bislang aber vergeblich gewartet haben? Die Antwort ist ein erleichtertes "Ja". Zunächst jedoch zum Inhalt.

Darum geht's in ‚Logan‘:

Wir schreiben das Jahr 2029. Wolverine alias Logan (Jackman), der schon in unzähligen Kriegen gekämpft hat, ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Als wir ihm begegnen, verdingt er sich als Chauffeur einer Stretchlimousine und schläft auf dem Rücksitz des Fahrzeugs gerade seinen Rausch aus. Er erwacht, als sich eine Latino-Gang an seinen Felgen zu schaffen macht. Wolverine fährt seine Krallen aus, ein wilder Kampf entbrennt. Bis Körperteile fliegen, Blutfontänen spritzen und die Überlebenden fliehen, muss Logan aber einiges einstecken. Der Mutant ist alt geworden, Haare und Bart sind ergraut, sein Körper ist übersät von Narben und Wunden, die nicht verheilen wollen. Nur unter größter Anstrengung gelingt es ihm, die in seiner Brust steckenden Kugeln herauszupressen. Die Kräfte schwinden. Die physischen wie psychischen Schmerzen versucht Logan mit bunten Kapseln und Hochprozentigem zu betäuben. Wir sehen einen Mann, der am Ende ist und selbiges herbeisehnt. Logan trägt sogar eine Adamantium-Kugel bei sich - die einzige, die ihn töten könnte. Doch noch ist er nicht bereit, zu gehen.

Gemeinsam mit dem Mutanten Caliban (Merchant) kümmert er sich in der Einöde nahe der amerikanisch-mexikanischen Grenze um den dementen Prof. Charles Xavier (Stewart), den er in einem Stahlsilo auf einem alten Industriegelände versteckt, da dessen Gehirn vom Ministerium für Heimatschutz zur Massenvernichtungswaffe erklärt worden ist. Eines Tages bittet ihn eine mexikanische Krankenschwester um Hilfe. Logan soll ein junges Mädchen, Laura (Keen), nach North Dakota bringen, was er jedoch ablehnt. Erst als ihn auch ein Söldner im Auftrag eines Gentech-Konzerns wegen Laura kontaktiert, überlegt er es sich anders. Nach einer blutigen Konfrontation packt Logan Charles und Laura, mit der ihn mehr verbindet, als ihm lieb ist, ins Auto und rast gen Norden...

Unsere Meinung zu ‚Logan':

Basierend auf Mark Millars Kultcomic Old Man Logan zeichnet Regisseur James Mangold eine postapokalyptisch anmutende Zukunft, die auch als bittere Parabel auf das heutige Amerika gelesen werden kann. Dass seit 25 Jahren kein Mutant mehr geboren wurde, verstärkt die Endzeitstimmung. Wolverine ist einer der Letzten seiner Art.

Ein schwer gezeichneter Held, der sich - und das ist ab der ersten Szene sonnenklar -d em Ende einer langen Reise nähert. Hugh Jackman, der der Mutanten-Rolle seine Karriere verdankt, spielt sich hier die Seele aus dem Leib. Dabei gewinnt er der Figur tatsächlich neue Facetten ab, verleiht ihr dadurch eine bislang ungekannte Tiefe - und verabschiedet sich von Wolverine mit einer der besten schauspielerischen Leistungen seiner Karriere.

Dass Mangold und Jackman bei diesem finalen Abenteuer freie Hand hatten, merkt man. Logan ist nicht der übliche Comic-Bombast und erweist sich als packender Genre-Hybrid - ein Westernmythen zitierendes Roadmovie. Die Action fetzt mit kompromissloser Härte - damit kommt man dem Wunsch vieler Fans nach dem ultimativen Wolverine-Epos nach. Dass sich das Filmstudio darauf eingelassen hat, ist wohl dem Erfolg von Deadpool geschuldet, der trotz des Jugendverbots über 780 Millionen Dollar in die Kassen gespült hat.

Fazit: Hugh Jackman und Regisseur James Mangold bescheren uns - den Fans - zum Abschied den bislang düstersten, aber auch leidenschaftlichsten und mit Abstand härtesten Wolverine-Film. Fan-Herz, was willst du mehr?

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