Little Miss Sunshine

Abenteuer/Komödie, USA 2006
Sympathische Verlierer auf Reisen

Sympathische Verlierer auf Reisen

Den amerikanischen Traum von Schönheit und Erfolg betrachten Jonathan Dayton und Valerie Faris in ihrem ersten Kinofilm mit Menschenfreundlichkeit und Augenzwinkern. Obwohl ein Pummelchen, möchte die siebenjährige Olive (Abigail Breslin) unbedingt zur Little Miss Sunshine gewählt. Auf der Reise zur Miss-Wahl nach Kalifornien wird ihre verkorkste Familie durch allerlei Pannen zusammen geschweißt.

Die Verlierersippe, die per VW-Bus von New Mexiko nach Kalifornien zu einem Schönheitswettbewerb fährt, wächst einem bei jeder Panne mehr ans Herz und strapaziert dabei ungeheuer das Zwerchfell. Es fahren mit: der heroinsüchtige Opa; Vater Richard (Greg Kinnear), der als Motivationsbuch-Autor groß rauskommen will und nur Mist redet; seine leidgeprüfte Frau Sheryl (Toni Collette), die alles zusammenhält; Teenager Dwayne, der ein Schweigegelübde abgelegt hat, Nietzsche liest und alle Welt hasst, sowie Onkel Frank, ein schwuler Proust-Spezialist, der gerade einen Selbstmordversuch überlebt hat.

Während sich auf der Fahrt nach Kalifornien die frustrierten Erwachsenen unentwegt angiften, so unterstützen sie doch liebevoll die naive Kleine, wenn auch manchmal unabsichtlich. Etwa durch den Kauf eines Pornos: Der Schweinkram, den Frank zwischendurch an der Tankstelle für den Opa besorgen muss, sorgt für die größten Lachstürme im Kino und erweist sich bei einer Begegnung mit der Polizei gar als Rettung.

Dayton und Faris zeigen das Scheitern als reale Seite des American Dream. Kulminationspunkt der heilsamen Desillusionierung ist der perverse Schönheitswettbewerb dressierter Miniatur-Barbies, dessen Verlauf den einzigen leicht kitschigen Moment einschmuggelt. Der kleine Debütfilm wurde nicht nur auf dem einflussreichen Festival in Sundance zum Publikumsliebling, sondern schoss trotz Bond-Konkurrenz auf Platz drei der amerikanischen Kinocharts.

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