Life: Alarm im Weltall

Horror/Science Fiction, USA 2017

Die Arbeit der Wissenschafter hat sehr gefährliche Konsequenzen

Gibt es Leben dort draußen im weiten Universum? Rebecca Ferguson, Jake Gyllenhaal, Ryan Reynolds und Co. finden die spannende Antwort

Als Ridley Scotts Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt 1979 in die Kinos kam, geriet der Film um die siebenköpfige Besatzung eines Raumfrachters, das von einem feindlich gesinnten außerirdischen Wesen terrorisiert und in kürzester Zeit dezimiert wird, zum globalen Großerfolg. Publikum und Kritik feierten den bahnbrechenden Scifi-Horrorstreifen mit seinen von H. R. Giger ersonnenen Wesen und Umgebungen als eines der visuell fulminantesten Werke des modernen Kinos. Heute gilt Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt schlicht als Kult, das seither drei Fortsetzungen und zwei Prequels nach sich zog - und unzählige Epigonen zeitigte. Mit dem Science-Fiction-Thriller Life startet nun der aktuellste Streifen, mit dem nun der schwedische Regisseur Daniel Espinosa (Safe House; Kind 44) versucht, sich filmisch tief vor Ridley Scotts Scifi-Klassiker zu verbeugen.

Darum geht's in ‚Life‘:

Existiert Leben dort draußen in den unendlichen Weiten des Universums? Es ist wohl die Frage aller Fragen, die sich Forscher seit jeher stellen. Eine Frage, auf die die Wissenschaftler und Astronauten Miranda North (Rebecca Ferguson), David Jordan (Jake Gyllenhaal), Sho Murakami (Hiroyuki Sanada), Hugh Derry (Ariyon Bakare), Roy Adams (Ryan Reynolds) und Missionsleiterin Ekaterina Golovkina (Olga Dihovichnaya), die ihren Dienst auf der Internationalen Raumstation ISS versehen, eines Tages eine Antwort finden. Acht Monate lang harren sie bereits in der schwerelosen Enge ihrer Raumstation aus, um eine Mars-Sonde mit einer vielversprechenden Gesteinsprobe in Empfang zu nehmen. Das Problem: Beim Anflug auf die ISS wird die Sonde jedoch schwer beschädigt. In einer grandios gefilmten Plansequenz gleich zu Beginn versucht die Crew, diese in einer ebenso waghalsigen wie gefährlichen Aktion mittels Greifarm aufzufangen.

Das Unterfangen gelingt schließlich - und tatsächlich findet sich in einer Probe ein mikroskopisch kleiner einzelliger Organismus! Eine unglaubliche Entdeckung, die auch auf der Erde viel Freude auslöst - so geben US-Schüler dem Einzeller den offiziellen Namen Calvin. In den folgenden Tagen und Wochen führt der Mikrobiologe Dr. Derry weitere Untersuchungen des rasant wachsenden Organismus durch, dessen Zellen offenbar allesamt Muskel-, Nerven-und Hirnzellen zugleich sind. Letzteres lässt vor allem bei Dr. North, die für die Sicherheits-und Quarantänemaßnahmen an Bord der ISS zuständig ist, die Alarmglocken läuten. Die Euphorie über den wissenschaftlichen Coup ist vollends verflogen, als die nur wenige Zentimeter große Kreatur im Labor Dr. Derry außer Gefecht setzt. Im Nu sieht sich die Besatzung mit dem Problem konfrontiert, das nicht nur ihr Leben, sondern potentiell auch das der ganzen Menschheit gefährdet ist.

Auch wer sich nur ansatzweise mit dem Science-Fiction-Genre beschäftigt, weiß, dass der Plot um den problematischen Erstkontakt mit einer außerirdischen Lebensform einen Bart hat, der bis zu Anfängen der utopischen Literatur zurückreicht. Das weiß auch Regisseur Daniel Espinosa, dem es bei der Inszenierung offensichtlich nicht um Innovation, sondern um konsequente Spannung geht. Nach der knappen Einführung der sechs Crewmitglieder folgt der erste, ungewöhnlich beklemmend inszenierte Auftritt des Aliens, nach dem klar ist, dass es sich nur um eine Frage der Zeit handelt, bis die Hölle losbricht. Von diesem Moment an zieht Espinosa die Spannungsschraube an und fesselt sein Publikum bis zum Schluss förmlich an die Kinosessel.

IDabei zeigt sich, dass der Mann Genrehits wie Danny Boyles Sunshine, Alfonso Cuarons Gravity sowie Ridley Scotts Alien eingehend studiert hat. Die klaustrophobische Enge der internationalen Raumstation schürt nicht bloß die Spannung, sondern verleiht dem Geschehen auch viel Realismus. Die hochkarätige Besetzung erweist sich als weiteres großes Plus des Films: Vor allem die fesche Schwedin Rebecca Ferguson (Mission: Impossible -Rogue Nation; Girl on a Train) hinterlässt neben dem von Jake Gyllenhaal (Prisoners) verkörperten Bordarzt einen starken Eindruck.

Unsere Meinung zu ‚Life‘:

Der Plot aus der Feder des Deadpool- Autoren-Duos Rhett Reese und Paul Wernick verzichtet auf philosophische Schnörkel - und bietet dafür einen konzentriert inszenierten, sauspannenden Scifi-Horrortrip, bei dem Genrefans ihre helle Freude haben dürften.

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