Liebesleben

Drama/ , IL/D 2007
Jana berichtet von einer Amour fou

Jana berichtet von einer Amour fou

Der Roman "Liebesleben" der Israelin Zeruya Shalev verschlägt Lesern den Atem. Eine junge Erzählerin berichtet in langen, verschachtelten Sätzen von einer Amour fou zu einem älteren Mann. Maria Schrader, als Schauspielerin aus ambitionierten deutschen Dramen über die Nazi-Zeit bekannt ("Aimée und Jaguar", "Rosenstraße") hat diesen schwierig zu verfilmenden Text für ihr Regiedebüt ausgewählt.

Das Buch aus der Perspektive der Ich-Erzählerin Jara schildert die aberwitzige "amour fou" einer 30-jährigen verheirateten Akademikerin zu einem Freund ihres Vaters. Jara verfällt dem wesentlich älteren Arie, der sie mal begehrt, mal wegstößt. Es geht um die faszinierende Kraft der Erotik, um Macht, Demütigung und Unterwerfung. Jaras gesamtes Leben gerät aus den Fugen. Doch die junge Frau erkennt, dass ihr gesamtes Leben bisher eine Lüge war, ihre Eltern ein Geheimnis hüten und Arie der Schlüssel dazu ist.

Den Mechanismen des Filmschaffens folgend mussten Schrader und Co-Drehbuchautorin Laila Stieler auf die Gedankensprünge und die extreme Ich-Perspektive verzichten. Doch Schrader geht einen Schritt weiter: Sie gestaltet Handlung und Figuren um und entwirft Schlüsselszenen komplett neu.

Schwungvoll erzählt die Regiedebütantin ihre ganz persönliche Version von "Liebesleben". Die dramatischen Kammerspiel-Sequenzen zwischen Tochter, Liebhaber und Eltern werden um opulente Landschaftsaufnahmen und beunruhigende Ausschnitte der politischen Gegenwart in Israel ergänzt.

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