Liebe, Lust und Leidenschaft auf Französisch

Drama/Musical, B/F/D 2000
Liebe, Lust und Leidenschaft auf Französisch

Leidenschaft, Lebenslust und hemmungslose Erfüllung körperlicher Begierden. Musik und Tanz als Gegenentwurf zur Lebensfeindlichkeit der Eltern. Die Werte der Spaßkultur bringt Gerard Corbiaus Film "Der König tanzt" an den Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV. - und nimmt den Spaß bierernst. Alles ist überbordend, die Gefühle tief, die Lust gewaltig. ****

Der Hofkomponist Lully zaubert mitreißende, rauschhafte Melodien, Moliere oszilliert zwischen Kritik und Anbiederung. Der König tanzt. Und die Reaktion lauert hinter jeder Ecke, um die Lust im schwarzen Klerikergewande zu ersticken. Beziehungsweise ihr die Kehle durchzuschneiden, wie es dem armen Loverboy des bisexuellen Lully geschieht. Intrigen, Machtspiele und dazwischen immer wieder opulent gestaltete, überernst dargestellte Tanzszenen.

In unerfüllter Liebe ist Lully zum König entbrannt, seine Welt bricht gleich am Anfang des Filmes zusammen, als der König ihm am Ende seiner Karriere das Vertrauen entzieht und zu einer Uraufführung nicht erscheint. Hier und nur hier wird der Preis der Leidenschaft verlangt: Voll überschäumenden Gefühls, durchstößt sich Lully mit seinem bedeutungsvoll geschwungenen Dirigierstab den Fuß. "Nicht den Fuß eines Tänzers! Nehmt das Herz, nicht den Fuß", verwehrt Lully die Amputation, im folgenden Fieberdelirium durchlebt er noch einmal sein Leben.

Wunderschön gemacht ist der Film, mit großem Aufwand und viel Styling. Ein Künstlerbild wie aus einem Groschenroman vermittelt Lully, der seine Geige küsst, seine gebärende Frau im Stich lässt, um den darniederliegenden König mit Musik zu heilen, und ihm sogar den Geschlechtsakt im Zelt am Schlachtfeld mit einem kurzen Ständchen versüßt.

Von Georg Leyrer

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