Liebe, Hoffnung und Verzweiflung

Drama/ , F/UK/D/E 2000
Erotikdrama "Intimacy"

Erotikdrama "Intimacy"

Der französische Film "Intimacy" zeigt zu Beginn fast eine halbe Stunde lang Sex, Schweiß und erhitzte Haut und doch ist er von Pornographie meilenweit entfernt. Dem Franzosen Patrice Chereau ist mit dem Werk das Kunststück gelungen, eine ausschließlich auf Sex gebaute Affäre zum Ausgangspunkt eines Liebesdramas zu machen, das in seiner Konsequenz und nackten, emotionalen Wahrheit restlos überzeugen kann. "Intimacy" ist eine intelligente und berührende Studie über Einsamkeit, Verletzlichkeit und Sehnsucht. Chereau hat viel gewagt - und den Goldenen Bären der Berlinale 2001 gewonnen. ****

Ein Mann und eine Frau in London. Immer mittwochs steht sie bei ihm vor der Tür. "Sie reden nicht, sie haben Sex. Das ist ihre Art der Kommunikation", erklärt Chereau die Beziehung zwischen Jay und Claire, atemberaubend intensiv und mutig gespielt von Kerry Fox und Mark Rylance. Doch dann bricht Jay die Regeln, weil er das stumme Mittwochsritual nicht mehr aushält. "Jay macht Fehler", interpretiert Chereau die Story. "Er gibt sich cool, aber er will mehr wissen, mehr Kontakt, mehr Beziehung. Doch er spricht nicht mit ihr, sondern verfolgt sie." Jay wird zum Jäger und Schnüffler. Er geht Claire nach und dringt in ihr Leben ein.

In "Intimacy" nimmt sich Chereau die Freiheit, gleich mehrere Grenzen zu überschreiten, ohne sie zu verletzen. Der Film vertauscht höchst plausibel die Geschlechterklischees vom Mann, der anonymen Sex lustvoll konsumiert, und der Frau, die sich nach einer tieferen Beziehung sehnt. Chereau rückt seinen Darstellern extrem nah auf den Leib, verletzt aber niemals ihre Würde. Und er zeigt expliziten Sex, ohne jemals voyeuristisch, oberflächlich oder indiskret zu sein.

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