L'enfant - Das Kind

Drama/ , B/F 2005
Bruno hofft auf das schnelle Geld

Bruno hofft auf das schnelle Geld

Ein Vater verkauft sein Baby für eine Hand voll Geld an Unbekannte - als kleine Meldung unter "Buntes" sorgen solche Taten nur für verständnisloses Kopfschütteln. Die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne aus Belgien geben der Nachricht vom Rand der Gesellschaft in ihrem Film "eine Geschichte und Gesichter.

Ihr packend unsentimentales Alltagsdrama wurde beim Filmfestival in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet und ist auch für den Europäischen Filmpreis nominiert. "L'enfant" ist eine intensive Gesellschafts- und Charakterstudie. Die Dardennes, die schon einmal mit "Rosetta" die Goldene Palme gewonnen haben, erzählen die Geschichte eines jungen Mannes, der Vater wird, aber selbst zu viel zu unreif ist, um diese Rolle auch nur annähernd auszufüllen. "Das Kind" des Filmtitels ist nicht nur das Baby, das seinen Eltern "erwachsenes" Verhalten abverlangt, sondern auch der unreife Vater.

Die Hauptfigur Bruno ist 20, ein Kleinkrimineller, der auf regelmäßige Arbeit pfeift. Dieser lockere Vorstadttyp mit Strubbelhaaren ist gar nicht mal unsympathisch. Er will Spaß, dreht ein krummes Ding nach dem anderen, lebt von der Hand in den Mund und bringt andere gedankenlos in Gefahr. Triebfeder in Brunos rastloser Suche nach dem schnellen Geld ist die Gier nach noch schnellerem Konsum. Der belgische Schauspieler Jérémie Renier spielt die schwierige Rolle völlig unangestrengt und absolut realistisch.

Als seine 18 Jahre alte Freundin ein Kind bekommt und ein paar Tage im Krankenhaus bleibt, vermietet Bruno deren Wohnung und kauft sich und dem Mädchen schicke Lederjacken im Partnerlook. Dann verkauft er spontan auch das Baby an ihm völlig unbekannte Männer. "Wir können doch ein Neues machen", erklärt er seiner Freundin und winkt mit dem 5.000-Euro-Bündel. Die Mutter bricht geschockt zusammen. In einer sehr unheimlichen Aktion bekommt er das Kind in einer dunklen Garage zurück. Nur langsam dämmert Bruno, dass an seiner Art zu leben etwas faul ist.

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