Late Bloomers

Drama, F/B/GB 2011
Altersfreie Leidenschaft

Altersfreie Leidenschaft

Liebe, Alltag und Leidenschaft in einem Alter jenseits der 50er: Regisseurin Julie Gavras präsentiert in ihrem neuen Film "Late Bloomers" die Nöte derjenigen, die in der sogenannten zweiten Hälfte des Lebens angekommen sind. Isabella Rosselini und William Hurt verkörpern ein Ehepaar, das dem Älterwerden trotzt und sich mit den Grundpfeilern ihrer Beziehung - Liebe und Vertrauen - beschäftigt.

Eigentlich könnte bei Mary (Isabella Rossellini) und Adam (William Hurt) alles gut sein. Die Eheleute leben in London und sollten eigentlich mit sich und ihrem Leben ganz zufrieden sein. Keine nennenswerten körperlichen Altersbeschwerden, eine finanziell gesicherte Zukunft und drei wohlgeratene erwachsene Kinder. Doch der Alltag und das Alter gehen nicht spurlos an ihnen vorbei.

So wacht Mary zu Beginn des Films auf und kann sich an die Geschehnisse des Vortags nicht mehr erinnern. Hinter der Gedächtnislücke vermutet die bestürzte Mary erste Anzeichen von Alzheimer. Auch der Alltag erweist sich als immer schwieriger, so scheitert sie in einer Szene beim Mascaraauftragen verzweifelt an ihrer Brille und die nachmittagliche Betreuung ihrer Enkel empfindet sie immer mehr als Belastung. Nach einem Arztbesuch entscheidet sie sich ihr Leben umzukrempeln und nimmt ihren Alltag in den Angriff: Aqua - Fitness, ein ehrenamtliches Engagement und das Aufrüsten der gemeinsamen Wohnung zu einem altersgerechten Eigenheim sollen eine neue Perspektive schaffen.Bei ihrem Mann Adam lösen Haltestützen im Bad und das Telefon mit extra großen Wahltasten jedoch großes Unverständnis aus. Er fühlt sich keinesfalls alt und weigert sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, dass seine Zeit als erfolgreicher Architekt möglicherweise auch schon hinter ihm liegt. Durch eine junge und kluge Verehrerin kompensiert er aufkommende Zweifel an seiner beruflichen Zukunft und eine neue Lederjacke soll kurzerhand für einen jugendlicheren Look sorgen.

Vor allem die gemeinsamen drei Kindern spüren jedoch, dass eine endgültige Trennung möglich ist und versuchen die Ehe ihrer Eltern zu kitten. Allerdings erkenne sie, dass ihre Interventionen aus der Distanz fruchtlos sind. So bleibt ihnen nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass Mary und Adam vielleicht doch wieder zusammenfinden und jeder für sich seine Probleme mit dem Älterwerden löst. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn wie Adams exzentrischer Arbeitskollege ihm richtig prophezeit: "Altern ist nichts für Weicheier".

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