Last Night

Drama/Romanze, USA 2010

In TV und Kino finden: Keira Knightley, Sam Worthington, Eva Mendes, Massy Tadjedin

Die Liebe ist kompliziert

Die Liebe ist kompliziert

Die Geschichte des Dramas "Last Night" um Michaels und Joannas Eheprobleme ist nicht neu: Schließlich geht es im Kino und in der Literatur immer wieder um Liebe, Leidenschaft und Betrug. Dennoch müssen sich die Zuschauer in "Last Night" nicht langweilen.

Denn auch wenn das Regiedebüt der iranisch-amerikanischen Regisseurin Massy Tadjedin zunächst aussieht wie ein banaler Liebesfilm, entwickelt es sich im Laufe des Geschehens zu einem spannenden Fragespiel: Hinter der Fassade einer Geschichte um Flirt und Fremdgehen wirft Tadjedin Fragen auf, die weit über den vordergründigen Kontext hinausgehen, und sicher manch einen Zuschauer noch nach dem Film begleiten werden.

Joanna (Keira Knightley) und Michael (Sam Worthington) scheinen ein junges, relativ glückliches Paar zu sein. Sie leben in New York in einem schicken Appartement, sind wohlhabend und trendy. Sie ist Schriftstellerin, er Manager. In ihrer Ehe gibt es zwar keine brennende Leidenschaft mehr, aber Joanna und Michael scheinen zufrieden.

Dann ändert sich alles schlagartig, als Joanna auf einer Party Zweifel bekommt. Sie beobachtet Michael und seine neue Mitarbeiterin Laura (Eva Mendes) - und ist sich nicht sicher: Begehrt ihr Mann Laura? Joanna rastet aus. Unter Druck gesetzt, gibt Michael zu, dass er Laura zumindest attraktiv findet. Dann fährt er zu allem Überfluss auch noch mit der erotischen Kollegin auf eine gemeinsame Dienstreise. In Schmerz zurückgelassen stolpert Joanna hingegen - auf der Suche nach Kaffee am Morgen - über ihren Ex-Lover Alex (Guillaume Canet).

Der Plot ist fertig: Beide, Joanna und Michael, haben plötzlich die Gelegenheit für einen Seitensprung. Die Besetzung ist dabei ausgezeichnet. Zwar bleibt Worthington als Michael etwas zu steif hinter seiner Rolle zurück. Dagegen spielen Mendes mit ihrer sinnlichen Weiblichkeit und Knightley mit mädchenhaften Künstlercharme absolut überzeugend.

Vor allem aber schafft es Tadjedin, aus einer fast alltäglichen Geschichte ein einfühlsames und scharfsinniges Drama zu erzählen - und dabei existenzielle Fragen um Beziehungen und Liebe zu stellen. Denn bei der Suche nach der richtigen Entscheidung sind die Charaktere nicht nur mit moralischen Verantwortungen konfrontiert. Sie müssen auch klären, was sie sich selbst von ihrem Leben erhoffen.

Das ist durchaus spannend: Je weniger Zeit die Akteure dabei haben, desto mehr wird die geforderte Entscheidung für das Publikum zum Thriller. Und wenn am Anfang alles einfach scheint und jeder zu wissen meint, was richtig und was falsch ist, so wird sich am Ende keiner mehr so sicher sein.

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