L'Heure d'été

Drama, F 2008

In TV und Kino finden: Juliette Binoche, Charles Berling, Jeremie Renier, Olivier Assayas

Der Tod der Mutter verändert die Familie

Der Tod der Mutter verändert die Familie

Trauer, Verlust und Bedeutungswandel von Beziehungen bei plötzlichen Tod - das sind die Themen, die Regisseur Olivier Assayas in "L’Heure d’été" thematisiert. "Sie werden das Haus verkaufen, wenn ich nicht mehr bin", ist sich Helene Berthier sicher, als sie ihre Kinder und Enkelkinder zu ihrem 75. Geburtstag empfängt. Kurz darauf stirbt die Frau, die ihr Leben der Kunst widmete, tatsächlich.

Frederic, Adrienne und Jeremie feiern in "L'Heure d'ete" gemeinsam mit ihren Kindern im Landhaus der Familie, in der Nähe von Paris, den 75. Geburtstag ihrer Mutter, Helene Berthier (Schauspiellegende Edith Scob), die ihr Leben dem Werk ihres Onkels, dem Maler Paul Berthier, gewidmet hat. Als die Mutter verstirbt, steht die Familie steht vor der Frage, was sie mit dem Haus voller Kunstwerke tun soll? Bricht nun nach dem Tod alles auseinander? Geben die Kinder ihren Bedürfnissen nach, oder pflegen sie das Landhaus wie ein Museum? Adrienne (Juliette Binoche) ist Künstlerin in Amerika, Jeremie (Jeremie Renier) arbeitet in China, nur Frederic (Charles Berling), der in Paris lebt, scheint an dem Haus voller Kunst und Erinnerungen zu hängen.

Es ist ein subtiler Film, der einerseits die Trauer einer Familie um einen Menschen und die Vergangenheit zeigt, aber auch den Bedeutungswandel der Dinge und Beziehungen anhand drei Generationen. Die jüngere Generation fühlt sich eher durch die Vergangenheit und das museale Haus erschlagen. Adrienne ist an einzelnen Kunstwerken interessiert, für Frederic ist das Schmerzhafteste, dass mit dem Tod der Mutter und dem Verkauf des Hauses auch die Weitergabe der Tradition endet. Lediglich einige Kunstwerke, wie Schreibtisch und Fauteuil aus dem Jahre 1905, finden Unterkunft im Musee d'Orsay, und Frederic kehrt dorthin zurück, um die Antiquitäten aus seiner Familienvergangenheit zu betrachten.

Zu dem Zeitpunkt, als Assayas das Drehbuch schrieb, ging es seiner eigenen Mutter schon sehr schlecht, und dies war für den Filmemacher auch die Möglichkeit, sich mit ganz persönlichen Gedanken auseinander zusetzen. Nach Filmen wie "Demonlover", "Clean" und dem B-Movie "Boarding Gate", in denen sich Kulturen und Sprachen vermischten, wollte er wieder etwas mehr Französisches machen. Olivier Assayas schrieb früher im renommierten Cahiers du Cinema über Film und kam so zum aktiven Filmschaffen. Mit "L'Heure d'ete" zeigt er wieder einmal seine Vielfalt.

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