Kotsch

/ , A 2006
Obersteirische Slacker-Komödie ohne Tiefgang

Obersteirische Slacker-Komödie ohne Tiefgang

Bei der Diagonale hatte "Kotsch" heuer vor ausverkauftem Haus Premiere - so voll hätte es der Wirt, bei dem die vier Fohnsdorfer Früchtchen Alfi, Boris, Chris und Dalli ihre Abende versaufen, auch gern wieder mal in seinem Lokal. Aber das spielt's in der obersteirischen Slacker-Komödie von Helmut Köpping schon lange nicht mehr.

Alfi, Boris, Chris und Dalli kennen einander schon seit Schulzeiten - aber so richtig tiefgehend interessiert sich eigentlich keiner für den anderen. Mit Ausnahme des nachdenklichen Alfi vielleicht, aber der entzieht sich ständig der Nagelprobe - vor allem gegenüber den Mädchen - immer mit der Ansage, er habe keine Lust mehr und müsse nach Hause. Der virile Boris geht mit Erna, Kellnerin des Stammbeisls, und bricht nach der Sperrstunde mit ihr ins "Lustschloss" auf, eine Baumarkt-Gartenhütte im Freigelände des Fohnsdorfer Einkaufszentrums, der "Arena am Waldfeld". Ansonsten ist Boris der einzige der vier, der Lebenslust versprüht, auch wenn sich das zumeist in der Jagd auf Fohnsdorfs Frauen äußert.

Das Klo spielt eine wesentliche Rolle bei den Streifzügen der ungleichen Vier - da finden Monumentalereignisse statt: Dort trifft Alfi seine gute Fee, die den schüchternen Loser allerdings schon beim Auftakt legt - statt drei Wünschen hat er nur zwei frei - und bevor er gestärkt als Tanz- und Singmaschine auf den Dancefloor der Fohnsdorfer Disco zurückkehren kann, ist das Mädl bereits unabkömmlich.

Am Klo verpfeift Chris indes Boris an seinen Vater, den Ortsgendarmen, wegen Boris' peinlichen Bruch "am Waldfeld": Der wollte nach seinem Jobverlust groß ins Geschäft einsteigen, stellt aber fest, dass die erbeuteten Trockenhauben am freien Markt nicht abzustoßen sind. Der Gendarm im Wirtshaus, dem Zentrum des Fohnsdorfer Früchtchen-Universums: "Manche Deppen schauen erst daheim nach, was sie gestohlen haben." Und Boris schluckt's runter wie das fade Bier.

Und was ist jetzt eigentlich Kotsch? Das muss man schon selbst herausfinden. In den Hauptrollen spielen die bekannten Schauspieler vom Grazer Theater am Bahnhof, Christoph Theußl, Michael Ostrowski, Andreas Kiendl und Michael Fuith. Und inszeniert hat das Ganze - nach einem Drehbuch von Gregor Stadlober und unter Mithilfe des Örtchens Fohnsdorf - mit Helmut Köpping der Leiter der extravaganten Theatergruppe. Skurriles aus der Steiermark!

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